Kringel zockt »Assassins Creed Odyssey« (PS 4)
 Kringel zockt»Assassins Creed Odyssey« (PS 4)

Willkommen auf Kringels Homepage!

Auf dieser Seite stelle ich Bücher und Filme vor, mit denen ich mich in den letzten vier Wochen beschäftigt habe.

 

14.02.2019

Thomas Mann: Der Zauberberg

Kindle Edition

 

Zum Inhalt dieses 1924 erschienenen Romans, den ich vor über 25 Jahren zum ersten Mal gelesen habe, verweise ich auf meine Handlungszusammenfassung des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1982, denn was die vordergründige Story angeht, so hält sich der Film recht eng an Thomas Manns Text. Eine Interpretation erspare ich mir und euch – wird sind hier schließlich nicht in der Schule. Es gibt einen Wikipedia-Artikel, der auf die zahlreichen im Roman behandelten Themen, die Bedeutung der Protagonisten sowie auf die mehr oder weniger verborgene Symbolik dieses komplexen und trotz aller Ernsthaftigkeit durchaus humorvollen Epochalwerks eingeht, in dem die in sich abgeschlossene, ganz auf sich selbst bezogene Welt eines Hochgebirgssanatoriums stellvertretend für Europa in der Zeit kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs steht. Es wird viel geredet, insbesondere führen zwei sehr gegensätzliche »Erzieher« der jugendlichen, noch ungefestigten Hauptfigur (Hans Castorp) ermüdend lange Monologe und Streitgespräche. Ich weiß diese Textstellen heute besser zu würdigen als bei der ersten Lektüre, aber sie sind sicher nicht der Grund dafür, dass ich das Buch seinerzeit faszinierend fand. Tatsächlich verzaubert mich der Zauberberg immer noch. Es liegt wohl an der ganz besonderen Atmosphäre, die jeder kennen dürfte, dem es mal so ähnlich wie Castorp ergangen ist, der also einen längeren aus dem »normalen Leben« herausgehobenen Lebensabschnitt hinter sich hat. Das ist natürlich nur ein kleiner Teilaspekt dieses vielschichtigen Meisterwerks. Sollte man gelesen haben.

 

11.02.2019

Der Zauberberg (DVD)

 

In dieser nicht wirklich gelungenen Verfilmung von Thomas Manns gleichnamigem Roman scheitert der allzu schnöselig-arrogant wirkende Christoph Eichhorn in der Hauptrolle des jungen Ingenieurs Hans Castorp, der eigentlich nur drei Wochen im Sanatorium Berghof bei Davos verbringen wollte, um seinen dort kurenden lungenkranen Vetter Joachim Ziemßen zu besuchen. Castorp ist fasziniert von der morbiden, weltentrückten Atmosphäre der luxuriösen Einrichtung und will schon deshalb nicht ins Flachland zurückkehren, weil er sich in die schöne Russin Clawdia Chauchat verliebt, die bereits so manchem Patienten sowie dem Chefarzt Dr. Behrens den Kopf verdreht hat. Der Literat Ludovico Settembrini versucht vergeblich, erzieherisch auf den jungen Mann einzuwirken, für den die Zeit allmählich jegliche Bedeutung verliert. Aus den drei Wochen werden schließlich sieben Jahre…

05.02.2019

Neal Stephenson: Quicksilver

Goldmann, 2006

1146 Seiten

 

Hat dieses Buch eine vielschichtige, verwickelte, komplexe und auf mehrmals wechselnden Zeitebenen angesiedelte Handlung – oder überhaupt keine? Ich habe lange über diese Frage nachgedacht, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Jedenfalls könnte ich keinen Handlungsabriss schreiben, ohne mehrere Seiten zu füllen, und wüsste dennoch nicht zu sagen, worum es in dem Roman eigentlich geht! Tatsächlich geschieht sehr viel, aber es fällt nicht leicht, hinter den sich über mehrere Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts erstreckenden Geschehnissen eine Story mit Auftakt, Mittelteil, Höhepunkt und Schluss zu entdecken. Das liegt auch daran, dass »Quicksilver« drei Einzelromane enthält, die nur wenige Berührungspunkte untereinander haben und nicht in sich abgeschlossen sind, sondern den Auftakt des »Barock-Zyklus« bilden, zu dem noch fünf auf zwei weitere Bücher verteilte Romane gehören. Selbst wenn ich davon ausgehe, dass »Quicksilver« die Expositionsphase des Zyklus bildet, komme ich kaum umhin, das Buch als weitschweifig zu bezeichnen, allerdings ist diese Weitschweifigkeit angemessen. Nur so ließ sich ein umfassendes, lebendiges Bild einer Epoche zeichnen, die von großen politischen, religiösen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Umwälzungen geprägt war. Dies wird durch die Erlebnisse dreier (fiktiver) Hauptfiguren ermöglicht, die zahlreichen (historischen) Persönlichkeiten begegnen, verschiedene Länder durchreisen und in bedeutende geschichtliche Ereignisse verwickelt werden.

 

Hauptfigur des ersten Buches (Quicksilver) ist Daniel Waterhouse, Spross einer Puritanerfamilie. Während des Studiums am Trinity College, Cambridge, freundet er sich mit Isaac Newton an, soweit das bei jemandem wie Newton, dessen Geistesgaben denen seiner Zeitgenossen unendlich weit überlegen sind und dessen Charakter mit dem Begriff »exzentrisch« nur unzureichend beschrieben wäre, überhaupt möglich ist. Im Pestjahr 1665 wird die Universität geräumt. Während Newton von Louis Anglesey, dem Earl of Upnor, gefördert wird, schließt sich Daniel den Naturphilosophen der Royal Society an. Er unterstützt John Wilkins bei der Ausarbeitung einer universalen Sprache und assistiert Robert Hooke bei diversen Experimenten. Zu einem Wendepunkt in Daniels Leben kommt es 1666 während des großen Brandes in London. Sein Vater Drake, ein radikaler Sektierer, stirbt bei der Sprengung von Häusern, durch die eine weitere Ausbreitung der Feuersbrunst verhindert werden soll. Dieser Teil des Gesamtromans ist einerseits vollgestopft mit den Theorien, Erkenntnissen und Errungenschaften, denen Daniel durch seine Bekanntschaft mit Newton, Wilkins, Hooke und anderen Genies begegnet, andererseits treten besagte Persönlichkeiten dem Leser als »echte Menschen« vor Augen, nicht nur als Namen auf den Seiten von Geschichtsbüchern.

 

Das zweite Buch (König der Landstreicher) liest sich ein wenig wie ein Schelmenroman nach dem Vorbild von »Der abenteuerliche Simplicissimus«. Die Ereignisse gleiten manchmal fast ins Phantastische ab, was allerdings der Tatsache geschuldet ist, dass die Hauptfigur Jack Shaftoe an Syphilis leidet, allmählich den Verstand verliert und manchmal halluziniert. Jack wächst als Straßenkind in London auf, erlebt Abenteuer (die größtenteils nur angedeutet werden) in aller Welt und landet schließlich in jenem Heer, das im Jahre 1683 die türkische Belagerung Wiens beendet. Im Kampfgetümmel eignet er sich ein prächtiges Schlachtross sowie ein wertvolles Schwert an und tötet zwei Janitscharen, die gerade dabei sind, alle Sklavinnen aus dem Harem des Sultans zu ermorden. So rettet er Eliza das Leben, einer wunderschönen jungen Frau, die als Kind zusammen mit ihrer Mutter von Piraten entführt worden ist. Um möglichst viel Profit aus der Kriegsbeute herauszuschlagen, machen sich die beiden auf die beschwerliche Reise durch ein Land, das immer noch unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges leidet. Sie erreichen Leipzig, wo sie Gottfried Wilhelm Leibniz begegnen, der zu dieser Zeit eine Silbermine im Harz betreibt. Nach einer wahrhaft apokalyptischen Walpurgisnacht auf dem Brocken geht die Reise weiter nach Amsterdam. Jack, der sich längst unsterblich in Eliza verliebt hat, fühlt sich ziemlich nutzlos, denn im Gegensatz zu ihm besitzt die hochintelligente Exsklavin den nötigen Geschäftssinn, um ein Vermögen zu machen. Die beiden trennen sich, was nach weiteren aberwitzigen Abenteuern dazu führt, dass Jack auf einem Sklavenschiff landet.

 

Im dritten Buch (Odaliske) spielt Jack keine Rolle mehr. Daniel Waterhouse und Eliza werden unabhängig voneinander in die politischen Ränke der Adelshäuser Englands, Frankreichs und der Niederlande hineingezogen; einmal begegnen sie sich sogar. Während der Stuart-Restauration wird Daniel zu einer wichtigen Triebfeder von Entwicklungen, die eines Tages zur Abschaffung des Absolutismus in England führen werden. Auch Eliza ist in diese Angelegenheiten verstrickt, denn sie spioniert für Wilhelm von Oranien, dem es bereits gelungen ist, einen Angriff des französischen Königs Ludwig XIV auf die Niederlande abzuwehren und der schließlich nach dem Thron von England greift. Wiederholt wird die gewohnte Erzählstruktur dadurch unterbrochen, dass die Geschehnisse in Form verschlüsselter Briefe und geheimer Tagebucheinträge wiedergegeben werden. Manche Kapitel sind wie Theaterstücke, Gesprächsprotokolle und dergleichen aufgebaut. Eliza bewegt sich in den höchsten Kreisen und wird geadelt, lässt sich aber nicht von der Macht korrumpieren. Aus eigener Betroffenheit ist sie eine entschiedene Gegnerin der Sklaverei, und so erklärt sie sich bereit, Jacks Bruder Bob beizustehen, dessen Geliebte als Slavin an den Earl of Upnor verkauft worden ist.

 

Hiermit habe ich wirklich nur ganz vorsichtig an der Oberfläche gekratzt und einige der wichtigsten Ecksteine, aber längst nicht alle Themen eines vielleicht etwas überambitionierten Epos genannt, in dem sich Fakten und Fiktion auf faszinierende Weise miteinander vermischen. Ich glaube, ich habe durch die Lektüre mehr über die genannten historischen Personen (plus viele, viele mehr), ihr Werk und die Welt gelernt, in der sie gelebt haben, als in zehn Jahren Geschichtsunterricht – und auf weit unterhaltsamere Weise. Zugegeben, manchmal wird recht lang über wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert, aber doch immer auf eine Art und Weise, dass man dem Ganzen auch ohne Vorkenntnisse folgen kann, und obendrein mit viel Humor. Außerdem war das Buch für mich ein Anreiz, mich genauer mit dem ausgehenden 17. Jahrhundert zu beschäftigen, einer Ära, in der Alchemie noch denselben Stellenwert hatte wie Naturwissenschaft. Nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe, ist »Quicksilver« im Großen und Ganzen historisch korrekt. Interessant finde ich dabei, dass Stephenson meist keinen historisierenden Stil und keine altertümliche Sprache verwendet – ganz abgesehen davon, dass mit Action, Sex und Gewalt nicht gegeizt wird. Keine leichte Kost, aber lohnend.

 

02.02.2019

Neue Tempolimits? Brauchen wir nicht!

 

Zurzeit wird die Einführung von Tempolimits mal wieder heiß diskutiert. Mit Sicherheit wird das Thema bald sang- und klanglos im Sande verlaufen, denn damit kann man in Deutschland Wahlen verlieren – genauso wie es in den USA beim Versuch der Verschärfung des Waffenrechts geschehen würde! Dieser Vergleich hinkt meines Erachtens nicht, denn nur wer nicht Tag für Tag mit dem auf deutschen Straßen herrschenden Wahnsinn konfrontiert ist, wird ernsthaft behaupten wollen, dass Autos keine Waffen sind und dass Tempolimits nichts bringen. Wer die auf unseren Straßen herrschenden Zustände für normal hält, gehört wahrscheinlich selbst zu jenen Menschen, für die es eine unerträgliche Einschränkung der persönlichen Freiheit wäre, wenn sie nicht mit Tempo 250 über die Autobahn rasen dürften. Ganz ehrlich: Ich verstehe diese Geisteshaltung nicht. So eilig kann man es doch gar nicht haben! Und niemand, der noch bei klarem Verstand ist, kann glauben, er beherrsche sein Fahrzeug so gut wie ein Formel-1-Pilot.

 

Ob Tempolimits gut für die Umwelt sind, kann ich nicht beurteilen. Als Berufspendler kann ich aber sehr wohl behaupten, dass die exzessive, aggressive Raserei und alles, was damit zusammenhängt (rücksichtsloses Auffahren, riskante Überholmanöver usw.) für mich an jedem verdammten Arbeitstag puren Stress bedeutet. Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber es vergeht wirklich kein Tag ohne mindestens eine brenzlige Situation! Hier habe ich schon einmal etwas dazu geschrieben. Verbessert hat sich seitdem nichts – im Gegenteil. Kein Wunder, dass ich regelmäßig wegen Unfällen im Stau stehe! Wenn es bei den Unfällen nur das durchgedrehte Gesindel erwischen würde, das heißt, wenn sich die Raser ausschließlich selbst ins Krankenhaus oder in den Tod fahren würden, dann hätte ich dagegen gar nichts einzuwenden. Das wäre einfach nur natürliche Selektion. Aber so ist es ja leider ganz und gar nicht.

 

Es würde schon reichen, wenn die Temposünder wenigstens geblitzt werden würden, und zwar jedes Mal, wenn sie zu schnell unterwegs sind. Das geschieht jedoch nicht, zumindest nicht dort, wo ich unterwegs bin. Es gibt keine einzige fest installierte Radarfalle und wenn mal irgendwo mobile Blitzer stehen, dann hat das absoluten Seltenheitswert. Rheinhessen muss für Raser das Paradies sein! Meiner Meinung nach brauchen wir keine neuen Tempolimits. Die existierenden müssen nur besser durchgesetzt werden! Alle paar Kilometer ein immer scharf geschalteter Starenkasten, jede Ampel eine Blitzampel, viel höhere Bußgelder und Strafen - das wären mal sinnvolle Maßnahmen!

 

31.01.2019

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (Blu-ray)

 

Vielleicht bin ich mit zu großen Erwartungen an »The Shape of Water« herangegangen, was wahrscheinlich daran liegt, dass er unter anderem mit den Oscar für den besten Film ausgezeichnet wurde. Die Story von der stummen Putzfrau, die sich in einem Geheimlabor der US-Regierung mit einem Amphibienmenschen anfreundet, der von einem gewissen Colonel Strickland dort zu Studienzwecken gefangen gehalten und gefoltert wird, schließlich sogar viviseziert werden soll, weil die Bemühungen der Wissenschaftler zu keinem Ergebnis führen – was die Putzfrau natürlich nicht zulassen kann – hat mich nicht so mitgerissen und berührt wie erhofft. Gelangweilt habe ich mich nicht gerade, aber der Funke wollte irgendwie nicht überspringen.

28.01.2019

Masters of Horror: The Fair-Haired Child (Blu-ray)

 

In der neunten Episode der Kurzfilmreihe »Masters of Horror«, bei der William Malone Regie geführt hat, geht es um das Ehepaar Judith und Anton Ruric, das einen tragischen Verlust erlitten und einen Pakt mit dämonischen Mächten geschlossen hat. Zwölf junge Menschen müssen geopfert werden, dann wird ihr Sohn Jonathan wieder zum Leben erwachen. Die Schülerin Tara soll das letzte Opfer sein. Das entsprechende Ritual verläuft allerdings nicht ganz so, wie die Rurics es sich vorgestellt haben…

26.01.2019

Terry Pratchett: Eric

Piper, 2018

151 Seiten

 

In den Kerkerdimensionen, einer bizarren Welt neben der Realität, hausen uralte, schreckliche, wahnsinnige Dinge – und Rincewind. Den erfolglosesten Zauberer der Scheibenwelt hat es vor einiger Zeit dorthin verschlagen und aus eigener Kraft konnte er sich nicht befreien. Als Rincewind sich plötzlich in einem ganz normalen Haus in der Stadt Pseudopolis auf der vertrauten Scheibenwelt wiederfindet, nimmt er an, dass er das einem mächtigen Dämonenbeschwörer zu verdanken hat. Tatsächlich steht er einer bärtigen Gestalt gegenüber, die mit einem Schwert herumfuchtelt und von Rincewind die Erfüllung dreier Wünsche verlangt: Herrschaft über alle Königreiche, die schönste Frau aller Zeiten und ewiges Leben. Es stellt sich schnell heraus, dass der Dämonologe in Wahrheit ein dreizehnjähriger Junge namens Eric Thursley ist (der Bart ist angeklebt), doch dessen Fähigkeiten sind durchaus beachtlich. Rincewind wird durch ein auf den Fußboden gezeichnetes magisches Symbol gebannt, muss dem Beschwörer also zu Willen sein. Um dem Jungen zu demonstrieren, dass er keineswegs die Macht hat, Wünsche mit einem Fingerschnippen zu erfüllen, schnippt Rincewind mit den Fingern.

 

Prompt werden der verdutzte »Dämon« und sein Beschwörer ins Tezumanische Königreich versetzt, dessen Bewohner Eric als neuen Herrscher verehren. Dummerweise haben die Tezumaner einen ganz bestimmten Verwendungszweck für Könige: Sie müssen dem Gott Quezovercoatl geopfert werden! Rettung naht in Gestalt von Rincewinds Truhe, deren ohnehin meist miese Laune erheblich durch die Tatsache verschlechtert wurde, dass sie gezwungen war, ihrem Herrn quer durch Dimensionen und Kontinente zu folgen. Beim nächsten Fingerschnippen ist eine Zeitreise fällig, denn die schönste Frau aller Zeiten – Elenor von Tsort – hat während des Tsortanischen Krieges gelebt, an dessen Ausbruch sie nicht ganz unschuldig war. Rincewind und Eric geraten mitten in einen Angriff auf die Stadt Tsort hinein. Lavaeolus der Listenreiche ist gerade dabei, Elenor zu befreien. Eric ist begeistert, muss aber feststellen, dass seine Traumfrau ein paar Pfunde zugelegt hat – von den Haaren auf den Zähnen ganz zu schweigen.

 

All diese Geschehnisse werden aufmerksam vom Astfgl beobachtet, dem König der Hölle. Unter Astfgls Herrschaft werden nicht nur die Verdammten gequält, sondern auch die Dämonen, und zwar durch Rundschreiben, Aktennotizen, allerlei neue Arbeitsregeln und sonstigen langweiligen Verwaltungskram. Nicht alle Höllenfürsten sind mit den Reformen einverstanden. Manche intrigieren gegen den König – und Eric soll ihr Werkzeug sein…

 

Es ist schon erstaunlich, welche Fülle von Ideen Terry Pratchett in seinen neunten Scheibenweltroman hineingepackt hat, erst recht, wenn man den geringen Umfang berücksichtigt! 150 Seiten sind heutzutage ja gar nichts für einen Fantasyroman.

 

Ich fand »Eric« äußerst kurzweilig, was natürlich damit zu tun hat, dass der Schauplatz innerhalb kurzer Zeit häufig wechselt. Los geht’s mit TOD (er verabschiedet sich übrigens gern mit »auf Wiedersehen« – ganz schön gemein!), der von den Zauberern der Unsichtbaren Universität herbeigerufen wird, weil ein Phantom durch Ankh-Morpork geistert. Das ist natürlich Rincewind, der seit Band 5 (»Der Zauberhut«) Pause hatte. Nach einer kurzen Episode in Erics Kinderzimmer, in der nicht nur Eric und Rincewind für Amüsement sorgen, sondern auch ein fast völlig kahler Papagei namens Polly, führt uns der Weg in Windeseile zu einem an die Azteken erinnernden Volk, dessen Religion ins Wanken gerät, als sich herausstellt, dass Gott Quezovercoatl, zu dessen Ehren gewaltige Statuen errichtet wurden, nur 15 Zentimeter groß ist und sein Leben unter den Beinchen der Truhe aushaucht. Es folgt eine Parodie des trojanischen Krieges, in der alles ein klein wenig anders (und viel lustiger) abläuft als bei Homer, gefolgt von einer köstlichen Begegnung mit dem Schöpfer der Scheibenwelt, die mich ein wenig an Slartibartfast in »Per Anhalter durch die Galaxis« erinnert hat.

 

Den wahrhaft furiosen Abschluss dieses wunderbaren Kurzromans bildet ein Abstecher in die Hölle, den ich umso witziger finde, als ich mit den dämonischen Tücken der Bürokratie nur allzu vertraut bin. Dantes Inferno ist nichts dagegen! Ganz wie in der Realität gilt in der Scheibenwelt-Hölle offensichtlich das Prinzip, dass bestimmte Personen solange befördert werden, bis sie die Spitze der Machtpyramide und gleichzeitig die maximale Nutzlosigkeit erreicht haben…

 

23.01.2019

The Walking Dead – Achte Staffel (Blu-ray)

 

In meinem Archiv findet ihr einen ausführlichen kommentierten Episodenführer (mit massiven Spoilern) zur achten Staffel der Fernsehserie »The Walking Dead«.

21.01.2019

For the Love of Spock (Blu-ray)

 

Mit diesem Film hat Adam Nimoy, Sohn des im Jahre 2015 verstorbenen Schauspielers Leonard Nimoy, nicht nur seinem Vater ein hochinteressantes und sehr persönliches Denkmal gesetzt, sondern auch der Figur, mit der Leonard Nimoy Weltruhm erlangt hat: Dem Vulkanier Spock, seines Zeichens Erster Offizier des Raumschiffes Enterprise. Soweit ein Film mit einer Lauflänge von etwas mehr als 100 Minuten es zulässt, wird auf alle Stationen des Höhen und Tiefen umfassenden Lebensweges eines faszinierenden Mannes eingegangen, der sehr viel mehr war als nur der Mann mit den spitzen Ohren. Es wird viel Archivmaterial gezeigt (manches war mir, der ich schon einige Dokumentationen über »Star Trek« gesehen habe, bis dato unbekannt), Nimoy selbst, zahlreiche Weggefährten sowie viele Fans kommen in alten und neuen Interviews zu Wort, Obskuritäten wie Leonard Nimoys Gehversuche als Sänger sind zu sehen. Für Fans ein Pflichtkauf, für alle anderen eine unterhaltsame Filmdoku, in der ein Mann gewürdigt wird, der das Leben von Tausenden – auch meines – beeinflusst hat.

17.01.2019

Downsizing (Blu-ray)

 

Matt Damon spielt die Hauptrolle namens Paul Safranek in diesem insbesondere tricktechnisch überzeugenden Film, in dem norwegische Wissenschaftler ein Verfahren zur Schrumpfung von Lebewesen entwickeln. Menschen können auf eine Größe von ca. zwölf Zentimetern verkleinert werden. Auf diese Weise sollen die mit der globalen Überbevölkerung einhergehenden Probleme zumindest verringert werden. Überall auf der Welt entstehen in den folgenden Jahren Gemeinden, in denen die Winzlinge unter sich sein können. Da ein Minimensch nur minimale Lebenshaltungskosten hat, so dass selbst ein mäßig gefülltes Sparkonto für ein Leben im Saus und Braus ausreicht, sind alle glücklich und zufrieden – zumindest glaubt das der in der Ministadt Leisureland eingezogene Paul Safranek, bis ihm klar wird, dass jeder Mensch seine eigenen Probleme mitbringt (in seinem Fall eine Beziehungskrise, die zur Scheidung führt) und dass es durchaus auch in Leisureland Benachteiligte gibt, die für ein Leben am Existenzminimum schuften müssen…

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