Willkommen auf Kringels Homepage!

Auf dieser Seite stelle ich Bücher, Filme und Games vor, mit denen ich mich in den letzten vier Wochen beschäftigt habe. Außerdem berichte ich ab und zu über besondere Erlebnisse.

 

25.09.2016

No Man’s Sky

Sony Playstation 4

 

Was ich bisher in den unendlichen Weiten des Universums von No Man’s Sky erlebt habe, könnt ihr im Archiv nachlesen.

 

Raumkapitän Kringels Logbuch. Teil 4: Der Weg des Atlas

 

In den vergangenen Wochen habe ich mehrere Sonnensysteme besucht, bin auf unzähligen Planeten gelandet und habe meine Ausrüstung erheblich verbessert. Mein Anzuginventar ist inzwischen so groß, dass ich problemlos verschiedene Rohstoffe horten kann, um Upgrades herstellen zu können, sobald ich die dazu benötigten Baupläne finde. Die zum Vergrößern des Inventars benötigten Units habe ich innerhalb kürzester Zeit durch Asteroiden-Bergbau verdient. Somit enthält mein Exo-Anzug jetzt verschiedene leistungsfähige Vorrichtungen zum Schutz vor Radioaktivität, Gift und so weiter, außerdem ist mein Raumschiff viel besser bewaffnet als früher. Ein mit Kampfverstärker und Überhitzungsschutz aufgewerteter Phasenstrahler macht den Kampf gegen Piraten, die mich nach einer bestimmten Zeitspanne unweigerlich attackieren, wenn sich wertvolle Materialien in meinem Schiffsinventar befinden, zum Kinderspiel, denn die Waffe hat eine automatische Zielaufschaltung. Mit der ohnehin zu schwachen Standardwaffe muss man immer auf einen Vorhaltepunkt zielen, so dass die meisten Schüsse danebengehen.

 

Jetzt greife ich zum Spaß manchmal sogar ein, wenn ich gar nicht selbst angegriffen werde. Ab und zu springen nämlich große Frachter in die Systeme, in denen ich mich gerade bewege. Sie befördern die verschiedensten Güter und werden regelmäßig von Piraten überfallen. Ich könnte natürlich dasselbe tun, könnte also ebenfalls Pirat spielen, aber ich betätige mich lieber als Retter in der Not. Dadurch steigt mein Ansehen bei dem Volk, zu dessen Einflussbereich das Sonnensystem gehört.

 

Bild 16: Die Silhouetten dreier noch weit entfernter riesiger Frachtschiffe mit seitlich angedockten Containern

Auf Planeten lande ich nur noch, um nach Monolithen, abgestürzten Raumschiffen und Operationszentrale zu suchen. Erstere bieten Belohnungen sowie interessante Informationen über die in dieser Galaxie lebenden Intelligenzwesen (es gibt nur drei große Völker, soweit ich bis jetzt weiß). Bei Schiffswracks sind oft Baupläne für Technik-Upgrades zu finden und in den Basen kann man Außerirdischen begegnen, von denen ebenfalls Belohnungen zu erwarten sind. Ich mache mir gar nicht mehr die Mühe, neue Tiere und Pflanzen zu klassifizieren. Zum Geldverdienen ist das nicht nötig, außerdem hat sich gezeigt, dass der Variantenreichtum kleiner ist als gedacht. Nach –zig Planetenbesuchen habe ich das Gefühl, alles schon mehrmals gesehen zu haben. Da macht es keinen Spaß, auf Entdeckungsreise zu gehen. Übrigens habe ich bei all meinen Reisen festgestellt, dass das All nirgendwo schwarz ist, wie ich es erwartet hätte, sondern meistens dunkelrot, dunkelgrün oder dunkelblau. Komisch…

 

Immerhin bin ich irgendwann auch Vertretern des dritten Volkes neben Korvax und Vy’keen begegnet. Diese kleinen Kerlchen nennen sich Gek. Sie halten sich offenbar für die Krone der Schöpfung und für die rechtmäßigen Beherrscher des Universums. Den Monolithen zufolge muss es in ferner Vergangenheit einen schlimmen Konflikt zwischen den Gek und den Korvax gegeben haben. Heutzutage betätigen sie sich hauptsächlich als Händler.

 

Bild 17: Ein Gek. Die Kopfform variiert von Individuum zu Individuum stark

Nach wenigen Warpsprüngen erhalte ich eine neue Aufgabe. In der Nachrichtenbox ist vom Atlas die Rede. Ich soll einen bestimmten Monolithen finden. Er befindet sich auf einem anderen Planeten. Sobald ich mit dem Monolithen interagiere, werde ich aufgefordert, mich zurück ins All zu begeben und die Galaxienkarte zu öffnen. Auf der Karte ist jetzt ein neuer Wegpunkt abseits der ins Zentrum der Galaxie führenden Route zu sehen und in der Infobox zu dem entsprechenden Sonnensystem ist zu lesen, dass sich dort eine Atlas-Station befindet. Richtigerweise nehme ich an, dass ich in dieser Station den ersehnten und zum Öffnen verschlossener Türen / Behälter benötigten Atlas-Pass erhalten kann. Daher suche ich die Station sofort auf.

 

Der Einflug ins gewaltige Innere der riesigen Raumstation ist ein beeindruckendes Erlebnis. Der folgende Screenshot lässt die Größenverhältnisse leider nicht erkennen. Das Kugelförmige Objekt in der Bildschirmmitte hat die mehrfache Größe meines Raumschiffes!

 

Bild 18: Im Inneren der Atlas-Station

In der Station kann ich nicht mehr tun, als mit einer großen Konsole zu interagieren. Daraufhin erhalte ich den Bauplan für den Atlas-Pass. Zum Bau brauche ich nur 25 Einheiten Eisen und 10 Einheiten Heridium, die ich zufällig sogar im Gepäck habe. Jetzt stehen mir wirklich alle Türen offen! Ich erhalte prompt eine neue Nachricht, die mich darauf hinweist, dass das mein Schicksal im »Jenseits« liegt. Mit anderen Worten: Ich soll ein Black Hole durchfliegen, dessen Position mir jetzt auf der Galaxienkarte angezeigt wird. Derartige Objekte haben in No Man’s Sky die Funktion von Wurmlöchern, das heißt, man kann sie durchqueren und findet sich dann an einem völlig anderen Ort wieder. Voller gespannter Erwartung durchquere ich das Wurmloch, nur um enttäuscht festzustellen, dass ich lediglich ein paar Sonnensysteme übersprungen habe. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben! Dadurch erhält mein Enthusiasmus einen deutlichen Dämpfer. Kurz danach kommt es sogar noch schlimmer.

 

Ich lande mal wieder auf einem Planeten, und zwar auf der dafür vorgesehenen Plattform einer Operationszentrale. Kaum bin ich ausgestiegen, stelle ich fest, dass mein Raumschiff bis über die Tragflächen in der Plattform steckt!

 

Bild 19: Stuck in the Middle…

Ich steige wieder ein und versuche zu starten – geht nicht. Das Schiff hängt fest. Und jetzt kann ich auch nicht mehr aussteigen! Da hilft nur noch das Laden eines Spielstandes oder vielmehr des Spielstandes. Es gibt ja nur einen, der immer überschrieben wird, und zwar auch beim Verlassen des Schiffes. Gott sei Dank nicht beim Einsteigen, sonst wäre No Man’s Sky jetzt für mich beendet. Was tun? Bin ich für immer auf dem Planeten gefangen? Ganz so tragisch ist die Situation nicht, denn in der Basis steht eines jener Ortungsgeräte, mit denen ich andere Einrichtungen dieser Art sowie die Absturzstellen von Raumschiffen aufspüren kann. Schiffswracks sind auf jedem Planeten zu finden und im schlimmsten Fall hätte ich mir halt die Zeit nehmen müssen, ein solches zu reparieren. Ich kann das Problem jedoch durch einen Trick lösen. Ich muss nur zu Fuß zu einer anderen Basis gehen (»nur« ist gut! Ich war eine halbe Stunde ohne Speichermöglichkeit unterwegs!), in der sich zum Glück eine Konsole befindet, mit der man das eigene Schiff herbeirufen kann. Ihr könnt euch vielleicht meine Erleichterung bei der jetzt fehlerfreien Landung meines Schiffchens vorstellen. In diesem Zusammenhang sollte ich erwähnen, dass das Spiel bei mir bis jetzt dreimal abgestürzt ist. Das ist immer beim Start von einem Planeten geschehen, in keinem Fall war der Absturz reproduzierbar.

 

Nach alldem frage ich mich, ob ich überhaupt noch weitermachen möchte, zumal mir das ohnehin nicht besonders abwechslungsreiche Gameplay schon lange nichts Neues mehr bietet. Klar, ich wüsste schon gern, was im Zentrum der Galaxie auf mich wartet. Außerdem ist die Nachricht, dass mein Schicksal im Jenseits wartet, erneut erschienen. Es gibt also weitere Black Holes, die ich durchfliegen könnte. Das reicht zur Langzeitmotivation jedoch nicht aus. Deshalb stecke ich mir selbst ein Ziel: Ich will das Maximum der Reisemeilensteine erreichen. Die Meilensteine sind mit den PS4-Trophäen identisch und werden erreicht, wenn man eine bestimmte Anzahl von Wörtern der Alien-Sprachen lernt, eine bestimmte Summe von Units scheffelt etc.

 

Bild 20: Meine Reisemeilensteine

Mal sehen, ob ich das wirklich durchhalte. Insbesondere die »Sterngucker«-Meilensteine haben es in sich. Wenn ich hier das Maximum von 10 erreichen will, muss ich wohl doch bis ins Zentrum der Galaxie fliegen! Das Erreichen von Meilensteinen ist übrigens nicht nur was für Sammelwütige, sondern hat durchaus einen Nutzen im Spiel. Es gibt nämlich nicht nur die eine oben erwähnte Atlas-Station. In Sonnensystemen, die auf der Galaxienkarte rot markiert sind und die ich zu Beginn des Spiels noch nicht anfliegen konnte, befinden sich ebenfalls solche Stationen. Eine Interaktion ist nur möglich, wenn man ein bestimmtes Level bei den Meilensteinen erreicht hat. Zur Belohnung erhält man unter anderem hochwertige Technik-Upgrades.

 

Ob ich alle Meilensteine sowie das Zentrum der Galaxie habe und ob sich nach dem Durchflug anderer Black Holes irgendwas getan hat, erfahrt ihr im nächsten Tagebucheintrag!

 

21.09.2016

Blu-ray: Jack Reacher

 

In diesem spannenden Thriller nach einer Romanvorlage von Lee Child verkörpert Tom Cruise die Hauptfigur, obwohl sein Äußeres der Beschreibung in den Romanen so gar nicht entspricht. Lee Childs Jack Reacher ist ein blonder, blauäugiger Hüne mit annähernd zwei Metern Körpergröße! Das passt nicht, ist aber egal, denn das Aussehen ist nicht von Belang. Viel wichtiger ist die Frage, ob es der Darsteller schafft, die unbeirrbare Zielstrebigkeit der Romanfigur glaubhaft rüberzubringen. Und das gelingt Cruise definitiv. Jack Reacher ist ein ehemaliger Militärpolizist, der nach dem Ende der Dienstzeit wie ein Phantom lebt, nirgendwo lange bleibt und keine Spuren hinterlässt. Ausgerechnet nach ihm fragt James Barr, ein Ex-Scharfschütze der US-Armee, dem zur Last gelegt wird, er habe bei einem Amoklauf wahllos fünf unschuldige Menschen getötet. Die Polizei versucht vergeblich, Reacher aufzuspüren, kann sich die Mühe jedoch sparen, denn Reacher hat noch eine alte Rechnung mit Barr offen…

19.09.2016

Peter F. Hamilton: Fehlfunktion

Bastei Lübbe, 2004

846 Seiten

 

Zur Vorgeschichte siehe »Die unbekannte Macht«.

 

Durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum ist es den in einer fremden Dimension gefangenen Seelen verstorbener Menschen gelungen, in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Sie haben die Körper von Kolonisten auf dem Planeten Lalonde in Besitz genommen und einen Eroberungsfeldzug gestartet, um ihre Abermillionen im »Jenseits« zurückgebliebenen Leidensgenossen ebenfalls herüberzuholen. Das ist nur möglich, wenn ein neuer Wirtskörper gefunden wird, der freiwillig zur Aufnahme einer Seele bereit ist. Zu diesem Zweck quälen die so genannten Possessoren ihre Opfer auf unmenschliche Weise und bieten gleichzeitig Erlösung an. Sie stehen permanent mit der anderen Dimension in Verbindung, können deren Energie nutzen und gewinnen dadurch gewaltige Macht. Sie sind übermenschlich stark, können nur durch konzentrierten Beschuss aus schweren Waffen aufgehalten werden und sind in der Lage, ihre Körper sowie die Umwelt nach Belieben zu verändern. Höherwertige Technik wird in unmittelbarer Umgebung eines Besessenen gestört oder fällt ganz aus. Einige Possessoren verlassen den Planeten unbemerkt, indem sie Besatzungsmitglieder von Raumschiffen übernehmen oder ganz einfach eine Passage buchen. So gelingt es Possessoren, die Besitz von den Körpern des abtrünnigen Edeniten Laton und des Teufelsanbeters Quinn Dexter ergriffen haben, ihre Saat über andere Welten auszubreiten. Normalerweise wird das Original-Bewusstsein eines Besessenen vollständig unterdrückt, doch Laton und Dexter können sich wehren. Laton opfert sich, um seinen Possessor zu vernichten und Syrinx zu retten, die sein Schicksal hätte teilen sollen. Dexter dagegen erkennt die Chance, die sich ihm bietet. Er gewinnt die Kontrolle über seinen Körper zurück und errichtet eine Schreckensherrschaft auf dem Planeten Norfolk.

 

Den Verantwortlichen wird zu spät klar, dass es auf Lalonde keineswegs zu einem lokal begrenzten Aufstand von Zwangsarbeitern gekommen ist, sondern zur Invasion durch eine fremde Macht. Zunächst weiß niemand, womit man es wirklich zu tun hat und wozu die Fremden imstande sind. Expeditionstrupps, die den vermeintlichen Aufstand niederschlagen sollten, werden aufgerieben oder übernommen. Unaufhaltsam nähern sich die Invasoren der Hauptstadt Durringham. Der Gouverneur schickt einen Abgesandten zur Rekrutierung einer Söldnerflotte nach Tranquility. Joshua Calvert schließt sich dieser Flotte mit der Lady Macbeth an. Gleichzeitig wird die Konföderation von der Nachricht über Latons Wiederkehr aufgeschreckt. Schiffe der Navy werden zum Kampf gegen den abtrünnigen Edeniten, der die Zerstörung eines kompletten BiTek-Habitats zu verantworten hat, in Marsch gesetzt. Die Flotten der Söldner und der Navy stoßen über Lalonde aufeinander. Inzwischen hat sich eine seltsame rote Wolkenschicht über große Teile Lalondes ausgebreitet. Söldnerteams wurden abgesetzt, die die Lage erkunden sollten. Viele werden getötet oder von den Possessoren übernommen. Einige von letzteren kehren zu den Mutterschiffen zurück, die sich kurz danach gegen die Navyflotte wenden, so dass eine verlustreiche Raumschlacht entbrennt. Einige Söldner, die von der Reporterin Kelly Tirrel (einer von Joshuas Liebschaften) begleitet werden, bleiben unbeeinflusst. Sie wenden sich an die auf Lalonde siedelnden nichtmenschlichen Tyrathca. Von diesen Wesen ist keine Hilfe zu erwarten; sie beten einen Schlafenden Gott an, der sie vor den Besessenen retten soll. Dann stößt die Gruppe auf die letzten nicht übernommenen Kolonisten – ein paar Dutzend Kinder unter dem Schutz von Pater Horst Elwes. Nur die Lady Macbeth ist in der Lage, die Söldner und die Kinder zu evakuieren, doch sie wird von Raumschiffen der Besessenen verfolgt.

 

Auf Tranquility wird ein Durchbruch bei der Erforschung eines Laymil-Artefakts erzielt. Es wird klar, dass sich die Laymil-Heimatwelt einst im selben System wie der Ruinenring befunden haben muss und durch einen fremden Einfluss an einen unbekannten Ort versetzt wurde. Rekonstruierte Bildaufzeichnungen zeigen, dass sich auf dem Planeten seinerzeit eine dichte rote Wolkenschicht ausgebreitet hat. Die Laymil haben mit größtem Entsetzen auf diese »Realitäts-Fehlfunktion« reagiert. Sie hat zu einer Tragödie geführt, in deren Folge sich alle Habitate der Laymil selbst vernichtet haben…

 

Obigen Text solltet ihr nicht als Handlungszusammenfassung verstehen. Es ist nur eine Art Teaser, in dem einige der wichtigsten Handlungselemente kurz skizziert werden. Die Story des zweiten Bands des »Armageddon«-Zyklus ist weit umfangreicher und vielschichtiger, als es der Teaser vermuten lässt. Hauptthema dieses Bandes ist der Kampf um Lalonde, darum herum sind jedoch unzählige Nebenhandlungen gruppiert. Sie fallen teilweise sehr kurz aus. Zum Beispiel wird Louise Kavanagh nur ein einziges Kapitel gewidmet. Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich im Kommentar zum ersten Band des Zyklus zum Ausdruck gebracht habe, wie sehr mir Joshuas Casanova-Gehabe missfällt. Ich hatte ein Beispiel dafür genannt – damit war Louise gemeint. Jetzt erfährt man, dass die Ärmste schwanger ist und in ihrer Naivität immer noch von Joshuas Rückkehr inklusive Hochzeit träumt. Joshua verschwendet nur sehr wenige Gedanken an die junge Dame. Die von mir erhofften Konsequenzen hat er weiterhin nicht zu befürchten, denn der Planet Norfolk wurde von den Besessenen übernommen und Louises Vater wurde niedergemetzelt! Wenigstens werden uns nicht noch mehr Details aus Joshuas Sexleben zugemutet. Joshua wird diesmal eher als junger Han Solo hingestellt. Er ist der beste Pilot weit und breit, ein Schmuggler, der zwar immer mit einem Auge auf den größtmöglichen Profit schielt, aber das Herz am rechten Fleck hat und seine Freunde nicht im Stich lässt. Von mir aus…

 

Dem Kommentar, den ich zu »Die unbekannte Macht« geschrieben habe, kann ich im Grunde nur hinzufügen, dass die Expositionsphase jetzt definitiv abgeschlossen ist. Entwicklung findet kaum noch statt, zumindest bei den bereits etablierten Figuren. Ein paar neue kommen allerdings hinzu und endlich begegnen wir auch mal den Tyrathca. Ansonsten geht Hamilton vor allem in Sachen Action in die Vollen. An allen Fronten – zu Lande, zu Wasser und im All – wird geschossen, was die Gaussgewehre, Thermokarabiner und Kombatwespen hergeben. Zu Rittern umgeformte Besessene treten gegen kybernetisch aufgerüstete Söldner an, Joshua liefert sich eine Asteroidengürtel-Verfolgungsjagd in schönster »Das Imperium schlägt zurück« - Manier und so weiter. Das ist durchaus unterhaltsam, teilweise sogar richtig spannend. Aber so langsam frage ich mich, was in den nächsten Bänden noch kommen soll. Wiederholungen nach demselben Strickmuster – also die weitere Ausbreitung der Possessoren und die damit verbundenen Grausamkeiten / Kämpfe – könnten bald langweilig werden.

 

In diesem Band werden einige Antworten geliefert, vor allem auf die Fragen, was die Possessoren eigentlich wollen und was mit den Laymil geschehen ist. Die Idee, dass das Bewusstsein eines intelligenten Lebewesens nach dem Tod quasi als Energieform weiterlebt und in einer anderen Dimension gefangen ist, klingt faszinierend, wird aber einerseits für meinen Geschmack zu oberflächlich behandelt und führt andererseits zu merkwürdigen Ergebnissen. So gelingt es Vater Elwes, einen Possessor mit einem religiösen Ritual zu vertreiben. Er muss nicht mehr tun, als ein paar Gebete aufzusagen, schon flutscht der böse Geist aus dem gequälten Körper raus. Das entsprechende Kapitel erinnert frappierend an den Film »Der Exorzist«. Meine Güte! Soll das etwa Schule machen? Dann hätte die Vereinigte Kirche der Konföderation aber ganz schön was zu tun.

 

15.09.2016

Sylt (03.09.2016 – 08.09.2016)

 

Meine bessere Hälfte und ich waren schon oft an der Nordsee, aber noch nie auf der Insel Sylt. Zu überlaufen, zu teuer und zu versnobt… das waren die häufig kolportierten Klischees, die uns bisher abgeschreckt haben. Um es kurz zu machen: Es stimmt alles. Selbst in der beginnenden Nachsaison herrschte noch überall Hochbetrieb, so dass ich gar nicht wissen möchte, was dort in der Hauptsaison los sein mag, und das Publikum war zum Teil… gewöhnungsbedürftig. Sehen und gesehen werden war die Devise. Das Preisniveau mancher Restaurants lag deutlich über der Qualität des Gebotenen. Aber das ist eben nicht alles. Die Insel hat auch andere Gesichter, deshalb kann man auf Sylt wunderschöne Urlaubstage verbringen – wenn das Wetter mitspielt, und das war in diesem herrlichen Spätsommer definitiv der Fall!

 

Wir reisten mit der Bahn an. Das ist kein Problem, denn die Hauptstadt Westerland wird mehrmals täglich von Intercitys und noch öfter von Regionalbahnen angefahren. Dummerweise hatte unser Zug 80 Minuten Verspätung, aber das ist eine andere Geschichte. Man könnte per Autozug sogar mit dem eigenen Auto kommen, aber das ist unnötig, denn auf Sylt ist jeder Ort problemlos per Bus erreichbar. Als Urlaubsdomizil hatten wir uns das Strandhotel in Wenningstedt ausgesucht, einem ruhigen Nachbarort von Westerland. Der endlose feinsandige Strand, aus dem praktisch die gesamte Westseite der Insel besteht, ist nur ein paar hundert Meter vom Hotel entfernt. Das Strandhotel ist mit 25 Zimmern ein relativ kleines, familiär geführtes Dreisterne-Haus.

 

Das Strandhotel in Wenningstedt

Ich würde dort jederzeit wieder wohnen, denn die Zimmer sind nett eingerichtet, es gibt freies WLAN, einen Aufenthaltsraum mit Bibliothek und vor allem ein sehr umfang- und abwechslungsreiches Frühstücksbüffet, bei dem wirklich jeder auf seine Kosten kommt. Neuankömmlinge werden vom freundlichen Leonberger Leo begrüßt, dem wohl phlegmatischsten Hund, dem ich je begegnet bin. Ein großer Teddy, der selbst heftigste Kuschelattacken klaglos über sich ergehen lässt.

 

Man kann zu Fuß von Wenningstedt nach Westerland gehen. Wir haben 30 – 40 Minuten für die Strecke gebraucht. Wir wollten jeden Abend nach Westerland, weil die Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants dort unvergleichlich größer ist als in Wenningstedt (vor allem gibt es dort auch Lokale für »normale« Gäste wie uns, in denen wir uns nicht wie Fremdkörper fühlen mussten), auf den Fußmarsch hatten wir nach dem zweiten mal aber keine Lust mehr. Haben uns deshalb ein Mehrtages-Busticket geleistet. Das ist zwar nicht ganz billig, hätte sich aber schon allein durch die abendlichen Fahrten fast amortisiert. Da wir außerdem mit dem Bus zu den anderen, mehrere Zonen entfernten Orten im Norden und Süden gefahren sind, haben wir sogar Geld gespart. Auf Sylt ist man übrigens Kurgast. Man zahlt Kurtaxe und erhält eine Gästekarte, die man immer dabei haben sollte. Ohne diese Karte kommt man tagsüber nicht an die Strände, außerdem erhält man bei Vorlage der Karte in manchen Einrichtungen einen kleinen Rabatt.

 

Man kann auf Sylt so einiges unternehmen. Zum Beispiel gibt es in Westerland die Friedrichstraße, eine bekannte und immer besonders gut besuchte Einkaufsmeile. Ganz in der Nähe findet man die Sylter Welle, eine Badelandschaft direkt vor den Dünen mit Gezeitenpool, großen Wasserrutschen und so weiter. Im benachbarten Syltness-Center werden diverse Wellness-Einrichtungen geboten. Im Aquarium kann man heimische Meerestiere bestaunen, dasselbe kann man in Kampen mit den Promis machen (wir haben allerdings keine gesichtet). Schöne reetgedeckte Häuser – alte und neue, meist Ferienwohnungen oder millionenschwere Domizile für die Superreichen – verleihen den Ortschaften jenen typischen Nordsee-Charme, den man von Postkarten kennt. Auf der Insel können außerdem mehrere steinzeitliche Hügelgräber besichtigt werden.

 

Das Megalithgrab Denghoog in Wenningstedt

In List, dem nördlichsten Ort der Insel, kann man das Erlebniszentrum Naturgewalten besuchen. Dort werden die Eigenheiten der Nordsee, Flora und Fauna, Auswirkungen des Klimawandels und so weiter durch Filme, Texte und interaktive Stationen vermittelt. Es gibt einen Sturmraum, in dem eine Turbine hohe Windstärken simulieren soll. Bei unserem Besuch war das Gerät aber wohl defekt, jedenfalls reichte es nur für eine laue Brise – auch in der Realität merkten wir übrigens nichts von dem Wind, der angeblich auf Sylt immer weht. Man kann Ausflugsfahrten zu den benachbarten Inseln Amrum und Föhr sowie zur Hallig Hooge und nach Dänemark machen.

 

Von Hörnum und List aus fahren mehrmals täglich Ausflugsboote zu den Seehundsbänken. Allerdings ist die Sichtung von Seehunden, die dort Sonne tanken, nicht garantiert, zudem halten die Boote großen Abstand zu den Sandbänken, damit die Tiere nicht gestört werden. Man braucht ein gutes Fernglas/Teleobjektiv, um überhaupt etwas erkennen zu können. Mehr Glück hat man im Hafen von Hörnum, denn dort ist regelmäßig die große Kegelrobbe Willi zu Gast.

 

Willi freut sich auf frischen Fisch

Das Tier muss irgendwann einmal einem Fischkutter hinterhergeschwommen und so in den Hafen geraten sein. Es hat sich am Beifang gelabt, der zurück ins Wasser geworfen wurde. Später wurde Willi zusätzlich gefüttert und sieht jetzt offenbar nicht mehr ein, warum er überhaupt noch auf die Jagd gehen sollte. Willi schwimmt in den Sommermonaten täglich direkt bis zu dem Anleger, an dem das Ausflugsboot festmacht, und wartet darauf, dass man ihm etwas zuwirft. Lange muss er nicht warten; frischer Fisch ist am Hafen erhältlich.

 

Für Unterhaltung und Abwechslung ist auf Sylt also bestens gesorgt, aber wir haben nur einen Teil von alldem gemacht. Dafür haben wir uns vor allem am Sonntag Zeit genommen, denn das war der einzige Regentag. Das Wetter war an den übrigen Tagen einfach zu schön, da mussten wir raus und Strandspaziergänge machen! Natürlich hätten wir einen Strandkorb mieten und am Meer relaxen können, aber dafür war die Zeit zu kurz. Montags haben wir die Südspitze bei Hörnum erkundet. Dieser Teil der Insel wird immer kleiner. Bei der Sturmflut des Jahres 2015 ist ein Teil der Dünenlandschaft verschwunden. Auch deshalb sind wir 2016 nach Sylt gefahren – wer weiß, wie lange es die Insel in der jetzigen Form noch gibt? Am Dienstag sind war ans andere Ende der Insel gefahren und von List aus über den Deich zum »Ellenbogen« gewandert, eine schmale Halbinsel, die eine kleine Bucht umschließt.

 

Man kann das herrliche Panorama nicht so gut in einem kleinen Bild festhalten. Dort ganz allein in der endlosen Weite zu stehen, ringsumher nur diesen grandiosen Himmel zu sehen und die Seeluft tief einzuatmen... das war ein wirklich tolles Erlebnis. Die dritte und letzte Wanderung haben wir von Wenningstedt aus unternommen. Wir sind am Jahrmillionen alten »roten Kliff« entlang (so genannt, weil es in der Abendsonne rot leuchtet) bis fast nach List gegangen, immer auf der Suche nach schönen Muscheln und Bernstein.

 

Der Kurztrip nach Sylt hat sich wirklich gelohnt! Die wunderschöne Natur und die phantastischen Strände haben uns am besten gefallen. Man könnte sich natürlich in den Westerländer Trubel stürzen, aber das ist nicht unser Ding. Zum Glück ist die Insel groß genug, so dass man der Möchtegern-Schickeria leicht aus dem Weg gehen kann…

 

13.09.2016

Blu-ray: Darkman

 

In diesem Film von Sam Raimi, der stilistisch und inhaltlich irgendwo zwischen »Evil Dead« und »Spider-man« liegt, aber nie die Qualitäten eines dieser Filme erreicht, spielt Liam Neeson den mit der Erschaffung künstlicher Haut befassten Wissenschaftler Peyton Westlake. Seiner Freundin Julie Hastings hat er es zu verdanken, dass Gangster sein Labor überfallen, seinen Assistenten ermorden und ihn selbst in ein grausig entstelltes Monster verwandeln. Julie ist auf ein Dokument gestoßen, welches beweist, dass ihr Chef Louis Stack Bestechungsgelder gezahlt hat, um von der zuständigen Behörde Grünes Licht für ein ehrgeiziges Bauprojekt zu erhalten. Sie war dumm genug, ihn darauf anzusprechen, aber sie konnte ja nicht ahnen, dass er mit dem skrupellosen Gangsterboss Robert G. Durant zusammenarbeitet...

03.09.2016

DVD: Der Preis der Ehre

 

Man schreibt das Jahr 1813. Großbritannien und Frankreich führen Krieg in Spanien. Napoleons Truppen sind auf dem Rückzug, Wellington bereitet eine große Offensive vor. Major Richard Sharpe, Anführer der Scharfschützen des 95th Rifles Regiment, trauert um seine tote Frau Teresa. Doch ihm ist keine Ruhepause gegönnt, denn der französische Geheimdienstchef Ducos, Sharpes Erzfeind, ersinnt eine teuflische Intrige mit dem Ziel, das Bündnis zwischen Spaniern und Briten zu zerstören. Gleichzeitig will er Sharpe vernichten. Dabei macht er sich Sharpes Ehrgefühl zu Nutze und setzt die schöne Marquesa Helene de Casares el Grande als Trumpfkarte ein. Prompt tappt Sharpe in die Falle. Wellington hat keine Wahl – er muss zulassen, dass sein bester Mann zum Tode verurteilt wird…

31.08.2016

DVD: Grand Budapest Hotel

 

Es fällt mir schwer zu beschreiben, warum »Grand Budapest Hotel« einer der originellsten und köstlichsten Filme ist, die ich je gesehen habe. Die Handlung ist spannend (der Concierge des namensgebenden Hotels und sein Schützling, ein Lobby Boy, werden Opfer einer Intrige und müssen gegen einen mächtigen Adligen und dessen sadistischen Handlanger antreten), aber nicht das ist der Hauptgrund, sondern der visuelle Stil. Beim erstmaligen Anschauen war ich vor Verblüffung und Faszination hin und weg. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte bei all den in teils ungewöhnlichen Kameraeinstellungen präsentierten opulenten Bildern, den bis ins kleinste Detail hinein liebevoll arrangierten Situationen und den unzähligen skurrilen Ideen in jeder einzelnen Szene! Von der unglaublichen Vielzahl hochkarätiger, brillanter und bestens aufgelegter Schauspieler ganz zu schweigen.

 

29.08.2016

Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund

Kindle Edition

 

Kommissar Kluftinger tritt mal wieder mitten ins Fettnäpfchen, als er sich am Ticketcenter der Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein bei Füssen über die japanischen Touristen mokiert. Wie hätte er auch ahnen sollen, dass die neue Freundin seines Sohnes Markus Japanerin ist? Die beiden Studenten wollen die Weihnachtsfeiertage bei Kluftinger und Gattin Erika verbringen. Als Treffpunkt war das Schloss vereinbart worden, aber Markus hatte seinen Eltern nichts über die Herkunft seiner Freundin Yumiko verraten. Um die Scharte auszuwetzen, lädt Kluftinger die Familie zu einem Ausflug ein. Es geht zum Alatsee. Die Schönheit des idyllisch gelegenen Gewässers kommt in der Winterlandschaft besonders gut zur Geltung, doch die Freude darüber wird durch einen grausigen Fund getrübt. Am Ufer liegt eine Leiche inmitten einer riesigen Blutlache. Hastig schickt Kluftinger die Familie ins nächstgelegene Wirtshaus, ruft seine Kollegen herbei und schaut sich den Tatort genauer an. Als er sich zu einem Symbol hinunterbeugt, das der mit einem Taucheranzug bekleidete Mann in den Schnee gezeichnet hat, fällt Kluftinger vor Schreck auf den Hosenboden, denn der Tote bewegt sich! Der Taucher lebt, ist aber schwer verletzt. Später stellt sich heraus, dass die rote Flüssigkeit, in der er liegt, kein Blut ist, sondern Seewasser, das seine rote Farbe einer besonderen Bakterienart verdankt. Unterhalb der von diesen Bakterien gebildeten Schicht ist das Seewasser fast sauerstofflos. Aus diesem Grund sind private Tauchgänge im Alatsee verboten.

 

Warum hat der Mann das Verbot missachtet und ist das Risiko eingegangen, in der Gefahrenzone zu tauchen? Und was wollte er mit dem kryptischen Symbol sagen? Die Fragen bleiben offen, denn der Taucher liegt im Koma. Kluftinger muss in diesem Fall mit seiner Füssener Kollegin Friedel Marx zusammenarbeiten, deren exorbitanter Zigarillokonsum zur Belastungsprobe für den Kommissar wird, zumal eine schwere Grippe im Anmarsch ist. Die Identität des Verletzten kann rasch ermittelt werden. Er heißt Jochen Bühler und gehört zu einem Forscherteam, das den Alatsee mit einem modernen Tauchroboter untersucht. Kluftinger nimmt die vom Roboter aufgezeichneten Bilder in Augenschein und erkennt, dass sich am Seegrund eine künstliche Struktur verbirgt. Diese Erkenntnis scheint jemandem nicht zu gefallen, denn einige Zeit später wird der Roboter gestohlen, das Camp der Forscher wird verwüstet. Die Rätsel nehmen noch zu, als Bühlers Eltern eintreffen. Sie behaupten, der junge Mann sei nicht ihr Sohn.

 

Kluftinger holt Informationen über den geheimnisumwitterten Alatsee ein und erfährt, dass die Nazis kurz vor Kriegsende in der Umgebung aktiv waren. Die amerikanischen Besatzer haben dort später nach etwas gesucht. Beim Besuch des Ludwig-Musicals in Füssen – ein Weihnachtsgeschenk von Markus und Yumiko – traut Kluftinger seinen Augen nicht: In der Architektur des Musicalbaus wurde ein bestimmtes Symbol als wiederkehrendes Designelement verwendet. Es ist genau jenes Zeichen, das Kluftinger neben dem vermeintlich toten Taucher gesehen hat…

 

»Seegrund« ist der dritte Fall des liebenswert-grantigen Kommissars Kluftinger aus dem Allgäu. In den Kommentaren zu den ersten beiden Romanen des Autorenduos Klüpfel/Kobr habe ich geschrieben, dass die jeweiligen Kriminalfälle deutlich im Hintergrund stehen. Viel mehr Aufmerksamkeit als den polizeilichen Ermittlungen wurde der Hauptfigur gewidmet. Ich habe angemerkt, dass ich das keineswegs als Schwäche betrachte, weil Klufti derart mitten aus dem Leben gegriffen ist, dass ich gar nicht genug kriegen kann von seinem Kampf gegen tückische Fettnäpfchen, nervtötende Kollegen und den Erzfeind Dr. Langhammer. Diesmal stehen Klufti und sein neuester Fall zumindest gleichberechtigt nebeneinander. Nach wie vor sehen wir den im Umgang mit Mitmenschen ziemlich unbeholfenen Kommissar in absurd-witzigen Situationen, etwa beim Besuch eines Sushirestaurants und beim Surfen im Internet. Der Kleinkrieg mit Langhammer steigert sich – wenn das so weitergeht, bange ich um das Leben des guten Doktors! Yumiko ist eine echte Bereicherung für das Figurenensemble. Keine Klischee-Japanerin, dennoch ein Quell der Verwirrung für Klufti. Die Reibereien zwischen Klufti und dem Mannweib Friedel Marx sind auch nicht zu verachten.

 

Kluftis frühere Fälle waren durchaus nicht uninteressant, der aktuelle ist jedoch richtig spannend. Vor allem werden wieder einmal reale Gegebenheiten aus Kluftis Heimat eingeflochten. Wer den Wikipedia-Artikel zum Alatsee liest, wird feststellen, dass die Autoren nur vergleichsweise wenig hinzugedichtet haben. Die Purpurbakterien gibt es wirklich, die Nazis haben am Alatsee mit Wunderwaffen experimentiert und es ranken sich viele Sagen um die Gegend. Übrigens stattet Kluftinger aus diesem Grund Frau Urban einen Besuch ab, einer Hauptfigur aus dem zweiten Roman. Ein ziemlich unangenehmes Treffen… Zwar kommt der Zufall Kluftinger mehr als einmal zur Hilfe, dennoch ist die Schnitzeljagd, bei der es am Ende sogar richtig Action gibt, jederzeit fesselnd. Es dauert geraume Zeit, bis das Bild für Klufti und den Leser klar wird, aber so soll es im Krimi ja sein! Meiner Meinung nach haben sich Klüpfel und Kobr kontinuierlich gesteigert, und so ist »Seegrund« der bis jetzt beste Roman der Kluftinger-Reihe.

 

28.08.2016

No Man’s Sky

Sony Playstation 4

 

Was ich bisher in den unendlichen Weiten des Universums von No Man’s Sky erlebt habe, könnt ihr in meinem Archiv nachlesen.

 

Raumkapitän Kringels Logbuch. Teil 3: Warpdrive und Piraten

 

Endlich ist der Warpantrieb meines Raumschiffes betriebsbereit. Was fange ich nun damit an? Einer der seltenen Hinweise, die man in diesem Spiel erhält, sagt mir, dass ich mit der Nach-unten-Taste des Steuerkreuzes die Galaktische Karte öffnen soll. Das geht nur im freien Weltraum. Gesagt – getan! Sollte ich bisher noch nicht gewusst haben, welchen Weg ich einschlagen soll, dann wird er mir jetzt buchstäblich vorgezeichnet. Auf der Galaxienkarte sind bestimmte Sterne durch eine Linie verbunden – das ist meine Reiseroute, und sie soll mich ins Zentrum dieser Galaxie führen.

 

Bild 11: Die Galaxienkarte

Ich kann dem Pfad folgen, muss das aber nicht tun. Mit dem rechten Analogstick kann ich einen beliebigen Stern markieren, die gesamte Galaxie steht mir offen! Bei meinem ersten Warpflug halte ich mich an die Route, denn ich weiß nicht, wie schnell ich den Warpantrieb nach dem Sprung wieder aufladen kann. Ich klicke also den nächsten Stern auf der Linie an. Daraufhin wird der Warpantrieb aktiviert. Mein Schiff geht auf Überlichtgeschwindigkeit und ich sehe ungefähr eine Minute lang ein psychedelisches Farbenspiel. Das ist eine Art Ladebildschirm, den Flug kann ich nicht beeinflussen. Im neuen Sonnensystem angekommen stelle ich dreierlei fest. Eins wusste ich schon: Ich brauche eine neue Warpzelle und eine weitere Einheit Antimaterie, um meine Reise fortsetzen zu können. Meine nächste Aufgabe besteht darin, einem Funksignal zu einer Alien-Fabrik zu folgen. Dort erfahre ich, wie man Antimaterie herstellt! Allerdings sind die benötigten Komponenten selten bzw. teuer – aber auch für sie gibt’s Rezepte. Warpzellen und Antimaterie herzustellen wird somit zum Kinderspiel. Jetzt stehen mir wirklich die Sterne offen!

 

Die zwei anderen Feststellungen sind nicht ganz so angenehm. Das Sonnensystem wird von einem anderen Volk bewohnt, den kriegerischen Vy‘keen.

 

Bild 12: Ein Vy’keen

Die sind nicht so freundlich wie die Korvax, vor allem kenne ich ihre Sprache nicht. Also müsste ich schon wieder –zig Wissenssteine und Monolithen abklappern, aber dazu fehlt mir jetzt, nach einigen Stunden Spielzeit, doch schon der Elan. Da ich genug Antimaterie für mehrere Warpsprünge besitze, würde ich gern in das von den Korvax bewohnte Sonnensystem zurückkehren. Das erweist sich fast als Ding der Unmöglichkeit. Auf der Galaxienkarte wird nur der vor mir liegende Weg angezeigt, nicht aber der bereits zurückgelegte! Und welcher der vielen Lichtpunkte mag jetzt der Stern sein, dessen System ich gerade verlassen habe?

 

Schließlich finde ich die Sonne doch noch, sobald ich erst einmal begriffen habe, dass jeder Stern durch eine dünne rote Linie mit dem nächstgelegenen, per Warpsprung erreichbaren Stern verbunden ist. Dadurch wird die Suche deutlich erleichtert. Außerdem kann ich manuell Wegpunkte setzen. So markiere ich den gewünschten Stern. Aber selbst wenn ich ihn nicht wiedergefunden hätte, wäre das im Grunde nicht weiter schlimm. Wichtige Fundstücke wie Absprungkapseln mit Exo-Anzug-Upgrades, Terminals mit neuen Multitools, Monolithen, an denen man Belohnungen erhalten kann und so weiter gibt es überall. Ich habe nicht den Eindruck, dass auf irgendeinem Planeten etwas Einzigartiges zu finden ist, das ich verpassen würde. Das neue Sonnensystem hat ja ebenfalls interessante Planeten, zum Beispiel eine Welt, die fast vollständig von einem Ozean bedeckt ist.

 

Bild 13: Unterwasser-Erkundung

Seltsamerweise kann ich mit dem Exo-Anzug gut tauchen, aber nicht schwimmen. Es gelingt mir nicht, dauerhaft an der Oberfläche zu bleiben, und so müsste ich immer darauf achten, rechtzeitig Luft zu schnappen. Ich habe aber inzwischen ein Upgrade installiert, das es mir ermöglicht, sehr lange unter Wasser zu bleiben. Die Wasserwelt ist übrigens auch vom All aus als solche erkennbar, das heißt, in No Man’s Sky bekommt man nicht einfach Platzhalter-Planeten zu sehen. Jede Welt hat ein individuelles Erscheinungsbild.

 

Auch sonst hat sich bei den Planetenoberflächen bisher kaum etwas wiederholt. So habe ich in dem neuen System einen Planeten erkundet, der komplett von Eis umhüllt ist. Er ist eine lebensfeindliche Einöde, in der kein Leben existiert. Auf der Nachbarwelt ist es ebenfalls eisig kalt, dort gibt’s aber Wälder und eine artenreiche Fauna. Zudem wird die Sonne von einer Welt mit Giftgasatmosphäre und schweflig gelber Oberfläche umkreist. Das Terrain ist wirklich auf jeder Welt anders! Riesige Tafelberge, die durch tiefe Schluchten voneinander getrennt sind, flache Wüsten, sanfte Hügellandschaften und Kavernen, die aussehen, als wären sie von Flüssen ausgewaschen worden, die jetzt versiegt sind. Mal schweben große Felsstücke wie Inseln über dem Boden (im Gegensatz zu manchen Objekten, die falsch platziert sind und frei in der Luft hängen, ist das kein Bug), mal stoße ich in Höhlensysteme voller Mineralien vor…

 

Dumm ist nur, dass man die Fragezeichen-Symbole, durch die man auf unentdeckte Orte in der Nähe aufmerksam gemacht wird, je nach Farbgebung der Planetenoberfläche und Üppigkeit des Pflanzenwuchses manchmal überhaupt nicht erkennen kann. Sie schweben irgendwo im Farbenwirrwarr und sind somit praktisch unsichtbar! Hier wäre eine Markierungsfunktion schön gewesen, so dass sie permanent hervorgehoben bleiben. Das geschieht nur, wenn man die Symbole mit dem Fadenkreuz anvisiert. Dazu muss man sie aber erst einmal sehen!

 

Bei Flora und Fauna ist der Abwechslungsreichtum ebenfalls groß, aber obwohl ich jetzt in einem ganz anderen Sonnensystem bin, finde ich immer wieder Pflanzen und Tiere, die mir sehr bekannt vorkommen. Sie unterscheiden sich nur in der Farbgebung von solchen, die ich bereits klassifiziert habe, oder sind zumindest teilweise aus Elementen zusammengesetzt, die schon für andere Tiere verwendet worden sind. Dasselbe Gras ist mir schon mehrmals untergekommen – mal rosa, mal blau, mal grünlich… Ab und zu entdecke ich aber doch eine Spezies mit ganz neuen Körperformen.

 

Bild 14: Die Viecher mit dem fächerförmigen Kopf habe ich nur ein einziges Mal gesehen

Im neuen Sonnensystem stoße ich erstmals auf aggressive Tiere, die sofort angreifen. Mittlerweile habe ich mein Multitool mit einigen Waffen-Upgrades ausgestattet, so dass ich mich gut wehren kann. Nur das Zielen geht mir nicht gut von der Hand, ich schieße oft daneben. Macht nichts, Munitionsknappheit herrscht nicht. Ich habe immer genug Plutonium dabei, um das Ding mit neuer Energie zu versorgen.

 

Bevor ich zum nächsten Sonnensystem weiterfliege, stocke ich mein Konto auf. Ich habe eine Einnahmequelle entdeckt, die viel ertragreicher ist als das Umbenennen neu entdeckter Orte und Lebensformen, aber auch erheblich riskanter: Asteroiden-Bergbau! Die unzähligen durch jedes Sonnensystem treibenden Felsbrocken enthalten teils sehr wertvolle Metalle, zum Beispiel Gold, die ich in der Raumstation verkaufen kann. Schon nach wenigen Flügen habe ich an die 200.000 Units auf meinem Konto!

 

Bild 15: Kringel verarbeitet einen großen Asteroiden zu Schweizer Käse

Ein gut gefüllter Frachtraum lockt unweigerlich Piraten an. Ich werde per Computerstimme vor der Ankunft feindlicher Schiffe gewarnt, die umgehend zum Angriff übergehen. Die Jäger sind nicht größer als meine »Rasamama«, aber viel besser bewaffnet. Außerdem greifen drei Einheiten gleichzeitig an. Meine Bewaffnung ist noch ziemlich bescheiden und beim ersten Feindkontakt gelingt es mir nicht, alle Gegner zu neutralisieren, bevor mein Schutzschirm zusammenbricht. Es kommt, wie es kommen muss: Ich werde abgeschossen.

 

In solchen Fällen bekommt man einen Ladebildschirm mit Zitaten von Science-Fiction-Schriftstellern zu sehen, anschließend spawnt man am nächstgelegenen Speicherpunkt neu. Meine Fracht kann ich am markierten »Grab« im All wieder einsammeln. Das ist ein schwacher Trost, denn beim Abschuss wurden Upgrades meines Schiffes kritisch beschädigt. Bis zur Reparatur sind sie funktionsunfähig. Zur Instandsetzung benötige ich die Hälfte der teils seltenen Materialien, die ich für die Konstruktion gebraucht habe. Das ist verdammt ärgerlich! Nach diesen bitteren Erlebnissen ist es Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen. Ich aktiviere den Warpantrieb für den Sprung ins nächste Sonnensystem auf der markierten Route.

 

Was ich dort erlebe, erfahrt ihr im nächsten Logbucheintrag!

 

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