Kringel zockt Gran Turismo 6
Kringel zockt Gran Turismo 6

Willkommen auf Kringels Homepage!

Auf dieser Seite stelle ich Bücher, Filme und Games vor, mit denen ich mich in den letzten vier Wochen beschäftigt habe. Außerdem berichte ich ab und zu über besondere Erlebnisse.

 

19.01.2017

Alan Dean Foster: Signal

Bastei Lübbe, 2013

350 Seiten

 

Zur Vorgeschichte siehe Genom.

 

Von Morgan Ouspel, dem möglicherweise einzigen Menschen, dem jemals die Flucht aus der geheimen SAHV-Forschungseinrichtung »Nerens« in der Namib-Wüste gelungen ist, haben Dr. Ingrid Seastrom und Whispr Navigationsdaten erhalten, die genau dorthin führen. Das ungleiche Paar macht sich auf den Weg. Die beiden haben allerdings keine Idee, wie sie in die bestens gesicherte Anlage hineinkommen sollen. Der Auftragskiller Napun Molé hat ihre Spur verloren, gibt die Suche aber nicht auf. Ihm geht es jetzt nicht mehr nur darum, seinen Auftrag zu erfüllen und den vermeintlichen Speicherfaden sicherzustellen, dessen Geheimnis Ingrid und Whispr zu lösen hoffen. Er betrachtet die Tatsache, dass seine Opfer mehrmals entwischen konnten, als persönliche Beleidigung. Ingrid und Whispr müssen sterben, das steht fest – aber Molé will sicherstellen, dass das nicht zu schnell geschieht, bevor seine perversen Gelüste gestillt sind.

 

In der Namib müssen sich Ingrid und Whispr mit wilden Tieren, gefährlichen Naturerscheinungen, einem geldgierigen Fremdenführer, einem Diamantensucher, genoptimierten Erdmännchen sowie San-Buschleuten auseinandersetzen, die sich radikalen Melds unterzogen haben und unerkannt in unmittelbarer Nähe von Nerens leben. Mit Hilfe der letzteren gelingt es ihnen tatsächlich, die Anlage zu infiltrieren. Durch pure Dreistigkeit gelangen sie bis zur Sicherheitstür eines Labors, in dem vermutlich jenes Material hergestellt wird, das unter den auf der Erde herrschenden Bedingungen eigentlich nicht existieren dürfte. Was sich hinter dieser Tür verbirgt, bringt ihr gesamtes Weltbild ins Wanken…

 

Foster hatte schon in Band 2 der »Wendepunkt-Trilogie« kaum noch etwas zu erzählen und dasselbe gilt für sechs Siebtel des Abschlussbandes. Das sind 300 nicht enden wollende, größtenteils verzichtbare Seiten. Ingrid und Whispr stolpern durch die Wüste und kommen nur aufgrund unglaubwürdiger Zufälle mittels fremder Hilfe weiter, während ihre ach so überlegenen Verfolger weiterhin überhaupt nichts erreichen. Whispr, den der Autor vergeblich zu einer positiven Figur aufzubauen versucht, hechelt Ingrid hinterher, während Molé zu einer Art Hannibal Lecter mutiert. Der Tiefpunkt ist erreicht, als sechs bis an die Zähne bewaffnete Elitesöldner in der Namib landen, um Ingrid und Whispr auszuschalten, aber selbst niedergemetzelt werden – von Erdmännchen! Dieses an sich schon vollkommen sinnlose Kapitel könnte man fast als Leserverhöhnung bezeichnen.

 

Auf den letzten 50 Seiten wird dann endlich enthüllt, was es mit dem in Ingrids BH versteckten Distributor und den quantenverschränkten Neuroimplantaten auf sich hat, mit denen zahlreiche Jugendliche auf der ganzen Welt versorgt worden sind. Damit ihr euch nicht durch diesen Roman quälen müsst, folgt hier ein Spoiler: Es gibt unzählige außerirdische Völker. Sie leben friedlich zusammen und haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit vor der Selbstvernichtung zu bewahren. Die Implantate nehmen subtile Beeinflussungen vor, die den freien Willen des Trägers nicht beeinträchtigen, ihn aber dazu bringen, das Wohl der Allgemeinheit über persönliche Interessen zu stellen. Die Organisation SAHV soll bei der Herstellung der Implantate und bei der Geheimhaltung helfen, ist aber ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. Ingrid darf am Leben bleiben, weil die Außerirdischen so viele Ärzte wie möglich brauchen, um die Implantate zu verteilen. Na toll. Das alles wird natürlich nicht sinnvoll im Handlungsverlauf enthüllt, sondern in langen Monologen der lieben Außerirdischen erklärt. Ungeschickter geht’s kaum noch.

 

Band 1 der Trilogie geht so. Der Rest ist langweiliger Schrott. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

 

17.01.2017

Blu-ray: Ironclad

 

In dieser ziemlich blutigen Mittelalter-Schlachteplatte geht es um die Schlacht von Rochester im Jahre 1215, die als Wendepunkt im so genannten Krieg der Barone gilt. Damals war König Johann Ohneland vom rebellierenden britischen Adel zur Unterzeichnung der Magna Carta gezwungen worden, einer Vereinbarung, durch die die Position der Krone gegenüber dem Adel geschwächt werden sollte und die heute als Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie gilt, weil auch Freiheitsrechte für das einfache Volk verbrieft wurden. Verständlicherweise war der König not amused und ist mit aller Härte gegen die Rebellen vorgegangen. Historisch nicht ganz korrekt wird gezeigt, wie Rochester Castle, eine aufgrund ihrer Lage sehr wichtige Burg, von einer kleinen Gruppe von Kämpfern gegen das zahlenmäßig weit überlegene königliche Heer gehalten wird, bis Verstärkung aus Frankreich eintrifft. »Ironclad« mag kein großes, episches Hollywood-Historiendrama sein, kann aber mit einer sehr düsteren Atmosphäre, tollen Darstellern und realistischer Gewaltdarstellung punkten.

15.01.2017

Gran Turismo 6

Sony Playstation 3

 

Gran Turismo 6 ist im Dezember 2013 erschienen Spielen konnte ich es damals nicht, denn es hat meine alte Playstation 3 immer kurz nach dem Start zum Absturz gebracht. Jetzt habe ich eine neue PS3, und darauf läuft das Spiel bis jetzt einwandfrei! Somit kann ich meinen Senf mit dreijähriger Verspätung nun doch noch dazugeben. Ich schreibe keine strukturierte Review, sondern schildere lediglich meine ersten Eindrücke. Nach ein paar Wochen (oder Monaten) werde ich berichten, wie sich das Spielerlebnis weiterentwickelt hat. GT6, soviel kann ich jetzt schon sagen, ist im Grunde dasselbe Spiel wie GT5, macht aber zumindest in der Anfangsphase deutlich mehr Spaß. Zahlreiche neue Autos und einige neue Rennstrecken sind vorhanden. Man fährt sogar auf dem Mond!

 

12.01.2017

Thomas F. Monteleone: Zitadelle des Wächters

Moewig, 1980

176 Seiten

 

Die Welt ist in einem apokalyptischen Krieg untergegangen. Die Riken, ein grausames Volk aus der nördlichen Hemisphäre, haben einen grausamen Eroberungsfeldzug geführt und ganze Völker ausgerottet. Nur die friedliche Republik Genon konnte Widerstand leisten. Die Genonesen haben ihre Städte mit Zitadellen gesichert. Diese sich selbst versorgenden kybernetischen Systeme mit schweren Verteidigungsanlagen, menschenähnlichen Kampfrobotern und Fluchtbunkern wurden von Künstlichen Intelligenzen, den Wächtern, geleitet. Eine der wichtigsten Zitadellen hatte die Aufgabe, eine Industriestadt in der Nähe der bedeutendsten Erzlager der Welt zu sichern. Dort wurde das zur Herstellung von Treibstoff, Sprengköpfen und anderen kriegswichtigen Gütern benötigte Element Thorium gewonnen. Thorium war der Schlüssel zum Sieg, und so wurde das Schicksal der Menschheit beim Kampf um diese Zitadelle entschieden.

 

Zweitausend Jahre später ist die »Erste Zeit« weitgehend vergessen. Von den Kriegsmaschinen der Riken und Genonesen sind nur verrostete Trümmer übrig. Die Menschheit ist in die Primitivität zurückgefallen. Eine vorindustrielle Kultur hat sich entwickelt und zumindest in einigen Ländern entlang des Golfs von Aridard herrscht Frieden. Was jenseits des Golfs auf der einen und den endlosen verseuchten Wüsten auf der anderen Seite liegt, wissen die Menschen nicht. Eines Tages wird der Seefahrer Varian Hamer, ein meisterhafter Kämpfer, von einem alten Mann namens Kartaphilos aufgesucht, und erhält den Auftrag, nach der letzten Zitadelle zu suchen. Nur mit Hilfe des dort gespeicherten Wissens könnte sich die Menschheit zu neuer Blüte aufschwingen. Varian ist skeptisch, doch dann offenbart Kartaphilos sein wahres Wesen. Er ist ein Roboter, der gegen Ende des großen Krieges vom Wächter der Zitadelle entsandt wurde, um Hilfe zu holen. Gemeinsam mit der von ihm befreiten Sklavin Tessa sowie den Abenteurern Stoor und Raim macht sich Varian auf die Suche. Was er schließlich findet, entspricht nicht ganz seinen Erwartungen…

 

Die große Zeit der Science Fiction in Deutschland – das waren die frühen Achtzigerjahre. Nach dem Riesenerfolg von Kinofilmen wie »Krieg der Sterne«, »Unheimliche Begegnung der Dritten Art« und »E.T.« war es zu einem wahren SF-Boom gekommen. Fast jeder Verlag hatte eigenständige SF- und Fantasy-Reihen, in denen monatlich unzählige aktuelle und ältere Romane sowie Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht wurden. Eine dieser Reihen war Moewig SF, herausgegeben von H.J. Alpers. Ich war und bin kein Sammler, aber diese Reihe hatte ich so ziemlich komplett. Mitte der Neunziger habe ich fast alle Bücher aus Platzmangel verkauft. Einen dieser Romane nach all den Jahren wieder zu lesen (ich habe das Buch in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden) war deshalb für mich die reine Nostalgie.

 

Es war aber auch eine ernüchternde Erfahrung. Ich hatte »Zitadelle des Wächters« nämlich als faszinierende Endzeitvision in Erinnerung. Eine sich erst allmählich wieder aus den Trümmern der untergegangenen Zivilisation erhebende Menschheit, eine eng begrenzte Welt inmitten radioaktiver Wüsten voller Kriegsschrott, in denen mutierte Kreaturen umherstreifen… toll. Diese Welt ist aber nur Kulisse, will sagen, sie wird nicht sinnvoll in die Handlung eingebunden. Sie wird nicht gezeigt, sondern nur beschrieben, und zwar in einem mehrseitigen Prolog. Ein Historiker schildert den Zustand der Welt und skizziert die Verhältnisse in den Staaten an der Golfküste. Was dann geschieht, könnte in jeder beliebigen anderen Umgebung stattfinden. Weitere Infos werden im späteren Verlauf durch Rückblicke vermittelt. Besonders geschickt ist das also nicht gemacht. Die Figurenzeichnung ist mehr oder weniger holzschnittartig und die Story steckt voller Anachronismen. Nur ein Beispiel von vielen: Angeblich kann sich kaum jemand an die »Erste Zeit« erinnern, aber als Kartaphilos seine wahre Identität enthüllt, denkt Varian in Begriffen wie »LEDs«, »Mikroprozessoren« usw.! Vom Stil will ich gar nicht erst anfangen, denn der kann auf die holprige Übersetzung zurückzuführen sein. Tja, manchmal sollte man schöne Erinnerungen lieber unangetastet lassen!

 

09.01.2017

DVD: Deep Star Six

 

In diesem Film, der im Jahre 1989 mit ziemlicher Sicherheit im Kielwasser (sic!) von James Camerons »The Abyss« in die Kinos kam und wie ein billiger Abklatsch dieses Kassenknüllers wirkt, müssen sich die Besatzungsmitglieder der Tiefseestation Deep Star Six mit einem Urzeitmonster herumschlagen. Die Kreatur tötet einige Menschen, doch das gelingt ihr nur, weil sich die Leute unglaublich dämlich anstellen. Ein Beispiel gefällig? Die Besatzung hat den Auftrag, eine Abschussplattform für Atomraketen auf dem Meeresgrund zu installieren. Nachdem die Kreatur mit ihren Attacken begonnen hat, soll die Station evakuiert werden. Zuvor gilt es, die Atomraketen zu sichern. Warum das geschehen soll, fragt der Computer. Eventuell wegen eines aggressiven Akts? Der leicht überforderte Techniker bestätigt das. Daraufhin erhält er vom Computer die Anweisung, die Raketen zu sprengen. Er drückt den bewussten roten Knopf. Vielleicht hätte er zuvor bedenken sollen, dass sich die Raketen in Sichtweite der Station befinden…

08.01.2017

Zeichen der Zeit: Polizei vs. Bücher

 

Wenn ich bei meinen Bahnreisen längeren Aufenthalt am Kölner Hauptbahnhof habe, dann verbringe ich diesen immer in der großen, sehr gut sortierten Buchhandlung Ludwig.

Hier findet das Leserattenherz alles, was es begehrt! Insbesondere das Sortiment aus den Bereichen SF-/Fantasy und Comics auf der zweiten Etage hat es mir angetan. In den meisten mir bekannten Buchhandlungen werden diese Genres eher stiefmütterlich behandelt – nicht so bei Ludwig! Dort habe ich schon manche Perle gefunden. So auch am vergangenen Wochenende. Doch was musste ich beim Bezahlen erfahren? Die Buchhandlung soll geschlossen werden! An der Kasse lagen Unterschriftenlisten für den Erhalt des Ladens aus, in die ich mich natürlich sofort eingetragen habe. Die Erfolgsaussichten sind gering, denn wie die Verkäuferin sagte, hat die Deutsche Bahn den Mietvertrag bereits gekündigt. Grund: Die Bundespolizei braucht mehr Platz und soll dort einziehen. Einen anderen Standort hat man der Buchhandlung nicht angeboten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so meinte die Verkäuferin, sollen sich wohl in Luft auflösen.

 

Da musste ich doch schlucken. Klar, es gilt der Grundsatz »Safety first«. Aber ich habe mich bei dieser Gelegenheit wieder mal gefragt, was wir angesichts realer oder im Sinne unseres postfaktischen Zeitalters nur gefühlt vorhandener / medial aufgebauschter Gefahren zu opfern bereit sind. Ob wir bereitwillig zulassen, dass aus unserer Gesellschaft etwas wird, das George Orwell schon vor vielen Jahrzehnten beschrieben hat. Immer schön in ganz kleinen Schritten natürlich, damit wir uns allmählich dran gewöhnen können. Wie dem auch sei: Wenn die Polizei mehr Platz braucht, warum muss dann eine Buchhandlung weichen? Warum zum Beispiel nicht der Fresstempel mit den zwei goldenen Bögen?

 

Also: Solltet ihr mal im Kölner Hauptbahnhof sein, dann geht zu Ludwig und beteiligt euch an der Unterschriftenaktion. Vielleicht bringt’s ja was.

 

02.01.2017

Earl Mac Rauch: Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension

Bastei Lübbe, 1984

231 Seiten

 

Der Neurochirurg, Kernphysiker, Kampfsportler, Rennfahrer, Comic-/Roman-/Filmheld und Rockstar Buckaroo Banzai hat vor vielen Jahren das Banzai Institute gegründet, um Topwissenschaftlern aus aller Welt die Möglichkeit zu bieten, ihre Forschungen frei von Geldsorgen und staatlicher Beeinflussung zu betreiben. Mit seinen engsten Freunden und Kampfgefährten, den Hong Kong Cavaliers, schützt Banzai die Welt vor dem Bösen. Hanoi Xan, das Oberhaupt der World Crime League, ist Banzais Nemesis. Xan ist verantwortlich für den Tod der Eltern Banzais und seiner Ehefrau Peggy. Banzai vertritt die Theorie, dass das menschliche Gehirn nicht der Sitz des Bewusstseins ist, sondern eher eine Art Empfänger für eine kosmische Partikelwelle, und dass es möglich sein müsste, mehr als nur eine Frequenz dieser Welle zu empfangen. Ausgehend von der Erkenntnis, dass jegliche Materie hauptsächlich aus Zwischenräumen besteht, haben Banzai und seine Mitstreiter den Oszillations-Alphalaser entwickelt, eine Vorrichtung, die die Durchdringung fester Materie ermöglichen soll. Banzai aktiviert den Alphalaser bei der Erprobung eines überschallschnellen Jet-Autos. Damit will er gleichzeitig die Bewusstseinswellen-Theorie beweisen. Wie geplant durchquert das Fahrzeug einen Berg. Banzai erreicht die 8. Dimension und erkennt, dass es dort Leben gibt.

 

Banzai übersteht den Test unbeschadet. Sein sensationeller Erfolg wird zum Hauptthema aller Medien. So erfährt Hanoi Xan von der jüngsten Heldentat seines Erzfeindes. Xan will den Alphalaser um jeden Preis in seinen Besitz bringen. Er befreit Dr. Emilio Lizardo aus der Irrenanstalt, in welcher der wahnsinnige Wissenschaftler seit Jahrzehnten erfolglos behandelt wird. Lizardo hat schon 1938 an einem Alphalaser gearbeitet. Bei der ersten Erprobung ist er teilweise in die 8. Dimension eingedrungen. Dort ist sein Geist von Lord John Whorfin übernommen worden, dem Kriegsherrn der reptilienartigen Roten Lectroiden vom Planeten 10. Whorfin und seine bösen Gefolgsleute sind aufgrund diverser Gräueltaten vor langer Zeit in die 8. Dimension verbannt worden, wo der Großteil dieser widerwärtigen Kreaturen noch immer festsitzt. Whorfin/Lizardo denkt gar nicht daran, Xan zu Willen zu sein. Sein Ziel ist die Befreiung der Roten Lectroiden aus der 8. Dimension und die Eroberung des Planeten 10. Hierfür braucht er natürlich Banzais Alphalaser.

 

Nachdem Banzai bei einem Konzert eine junge Frau namens Penny Priddy kennengelernt hat, die seiner von Xan ermordeten Gattin wie eine Zwillingsschwester ähnelt, wird er von den Verfolgern Whorfins kontaktiert. Ihm wird mitgeteilt, dass die Roten Lectroiden aufgehalten werden müssen. Diese Aufgabe fällt Banzai und den Hong Kong Cavaliers zu. Sollten sie versagen, droht die Vernichtung des Planeten Erde…

 

»Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension« ist einer der obskursten Science-Fiction-Filme der Achtzigerjahre. Abgesehen von der extrem holprigen Inszenierung hat der Film bei mir vor allem wegen der sehr dünnen Story für Stirnrunzeln gesorgt. Ich hatte den Eindruck, dass mir verschiedene entscheidende Informationen entgangen sind. Im Film tauchen ständig irgendwelche Leute auf, die anscheinend irgendwie wichtig sind, zu Buckaroos Team gehören oder dieses unterstützen, aber keinerlei Hintergrundgeschichte haben (von einer Bedeutung für die Story ganz zu schweigen) und abrupt wieder verschwinden. Geschehnisse aus Buckaroo Banzais Vergangenheit werden höchstens angedeutet, Zusammenhänge müssen erraten werden, Fragen bleiben offen. Im Bonusmaterial der Blu-ray wird mehrmals auf eine Novelization aus der Feder des Drehbuchautors Earl Mac Rauch verwiesen, die alles enthalten soll, was dem Film fehlt: Backstorys für die vielen Nebenfiguren, mehr Informationen zu Penny und Peggy - und ein komplettes fiktives Universum, in welches das Geschehen eingebettet ist. Das Buch, im selben Jahr erschienen wie der Film, ist antiquarisch erhältlich, und so habe ich es mir jetzt mal zu Gemüte geführt.

 

Ja, es stimmt: Die Story des Romans gibt den Inhalt des Films viel ausführlicher und detailreicher wieder. Als Ich-Erzähler tritt Reno Nevada auf, ein Mitglied der Hong Kong Cavaliers. Bezeichnenderweise hat Reno im Film kaum etwas zu tun, während er sich im Roman als Banzais Chronist betätigt. Er reichert seinen Bericht immer wieder durch Rückblicke, Gesprächsprotokolle anderer Personen und ähnliches an. Man erfährt zum Beispiel recht viel über Sinn und Zweck des Banzai-Instituts und über Buckaroo Banzais Theorien. Das heißt jedoch nicht, dass die Geschichte dadurch leichter verständlich wird. Im Grunde wird sie durch die vielen Einschübe und Abweichungen, die zur Erläuterung des kruden Handlungsgrundgerüstes dienen sollen, sogar noch wirrer! So wird Hanoi Xan, der im Film überhaupt nicht vorkommt, von Reno groß eingeführt. Von Xans früheren Untaten wird ausgiebig berichtet. Nachdem Xan Lizardo befreit hat, spielt er jedoch praktisch keine Rolle mehr! In diesem Stil geht es weiter. Nebenhandlungen beginnen und enden im Nichts, die Erzählung mäandriert so vor sich hin. Und was genau es mit Penny Priddy auf sich hat, bleibt im Roman ebenso unklar wie im Film. Zugegeben, der Roman hat mir mehr Spaß gemacht als der Film, schon allein aufgrund der überbordenden Ideenvielfalt. Man verpasst aber nichts, wenn man beide nicht kennt.

 

31.12.2016

Spaß mit der Deutschen Bahn Teil 29: Verspätungsstatistik 2016

 

Wie am 31. Januar angekündigt habe ich im Jahre 2016 eine kleine Verspätungsstatistik geführt, um meine Behauptung, dass die Deutsche Bahn nicht als zuverlässiges Verkehrsmittel bezeichnet werden kann, mit Zahlen zu unterfüttern.

 

Ich habe nur meine wöchentlichen Pendler-Fahrten zwischen Mainz und Bielefeld beziehungsweise Bad Salzuflen berücksichtigt. Dienstreisen und Fahrten „außer der Reihe“, bei denen es ebenfalls mehr als genug Verspätungen gab, habe ich außen vor gelassen. Verspätungen unter zehn Minuten habe ich gar nicht erst aufgelistet. Wäre ich so kleinlich, dann müsste ich jetzt feststellen, dass im Jahre 2016 kein einziger von mir genutzter Fernverkehrszug pünktlich gewesen ist! Bei den Nahverkehrszügen, in der Regel Privatbahnen, waren Verspätungen die Ausnahme. Die Zahlen findet ihr in dieser Übersicht:

Verspätungen 2016
delay_2016.pdf
PDF-Dokument [36.1 KB]

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass es nur bei etwas mehr als einem Drittel aller Fahrten (35 von 92) keine nennenswerten Verspätungen gegeben hat. Bemerkenswert finde ich auch, dass man in gut einem Viertel der Fälle (24 von 92) nicht über den Grund der Verspätung informiert wurde. Ein Großteil der Verspätungen wurde durch Umstände verursacht, die die Bahn selbst zu verantworten hat. Das waren irgendwelche technischen Störungen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Signalen und Weichen. Nur einmal wurde eine suizidgefährdete Person als Ursache genannt und es gab auch nur eine witterungsbedingte Verspätung.

 

Die Zahlen sprechen für sich, wie ich finde. Und ich kann nur wiederholen, dass es sehr wichtig ist, sich zum Beispiel via Smartphone über die aktuelle Verspätungslage zu informieren, egal ob vor Antritt der Fahrt oder vor einem Umstieg. Dieses Angebot der Deutschen Bahn kann ich loben – auf die Angaben der Ankunfts-/Abfahrtstabellen im Internet war fast immer Verlass. Hätte ich mich dagegen auf die meist nur rudimentären Informationen verlassen, die vom Zugbegleitpersonal oder am Bahnsteig gegeben wurden (sofern sie denn überhaupt zu verstehen waren, aber das ist eine andere Geschichte), dann wäre ich oft noch viel später angekommen als es ohnehin schon der Fall war.

 

Welche sonstigen Unannehmlichkeiten ich hatte, geht aus den Zahlen natürlich nicht hervor…

 

28.12.2016

DVD: Die Scharfschützen 6 – Blutiges Gold

 

In seinem sechsten Abenteuer, das in der Serienchronologie vor dem fünften spielt, verliebt sich Richard Sharpe wieder einmal Hals über Kopf, diesmal in Ellie Nugent, Großcousine Wellingtons. Sie ist mit ihrer Mutter Bess ins spanische Kriegsgebiet gereist, um ihren dort verschollenen Vater Will zu suchen. Da Wellington keine Anstalten macht, einen Suchtrupp auf die Beine zu stellen, nehmen die Frauen die Sache selbst in die Hand. Damit bringen sie sich in größte Gefahr, denn eine Gruppe von Partisanen macht die Gegend unsicher, in der Will Nugent verschwunden ist. Diese Menschen halten sich für Nachfahren von Azteken, die an Bord einer vor Jahrhunderten gekenterten Galeone waren, welche Schätze und Götzenbilder aus Mexiko zum König von Spanien bringen sollte. Sie sind ständig auf der Suche nach neuen Opfern für ihren Gott Xipe Totec, denen bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten oder die Haut abgezogen wird…

27.12.2016

Boris Akunin: Der Tod des Achilles

Aufbau Taschenbuch Verlag, 2002

409 Seiten

 

Im Jahre 1882 kehrt Kollegienassessor Erast Petrowitsch Fandorin nach sechs Jahren erstmals wieder in seine Heimat zurück. Er hat mehrere Jahre Dienst in der russischen Gesandtschaft im Königreich Japan getan und wurde jetzt von Sankt Petersburg nach Moskau beordert. Dort tritt er eine Stelle als Sonderbeauftragter des Generalgouverneurs Fürst Wladimir Andrejewitsch Dolgorukoi an. In Japan hat Fandorin einen neuen Begleiter gefunden: Masahiro Sibata, genannt Masa. Der Ex-Yakuza ist Fandorins Diener und Freund. Fandorin logiert im Nobelhotel Dusseaux, wo zu seiner großen Freude auch General Michail Sobolew abgestiegen ist, ein guter Bekannter aus der Zeit des Russisch-Omanischen Krieges. Doch die Freude währt nicht lang, denn Sobolew stirbt am Tag von Fandorins Ankunft. Bei der Obduktion wird Herzversagen festgestellt, doch es gibt Zweifel an dieser Diagnose. Wurde Sobolew etwa vergiftet? Fürst Dolgorukoi entscheidet, dass Fandorin die Sache klären soll.

 

Bei seinen Ermittlungen stößt Fandorin auf unerwarteten Widerstand seitens der Kameraden Sobolews. Sie wollen sich sogar mit ihm duellieren, um die peinliche Wahrheit zu verschleiern. Tatsächlich ist der General nicht im Hotelzimmer gestorben, sondern in den Armen der berühmten Edelkurtisane Helga Iwanowna Tolle, genannt Wanda. Als Fandorin herausfindet, dass Wanda von einem deutschen Geheimdienstoffizier namens Hans-Georg Knabe auf Sobolew angesetzt worden ist, der wenig später getötet wird, scheint der Fall klar zu sein. Sobolew, Führer der Russischen Nationalen Partei, war ein militanter Deutschenfeind und wäre als äußerst populärer »russischer Achilles« fähig gewesen, einen Krieg vom Zaun zu brechen. Knabe, so wird angenommen, wollte diese Gefahr für sein Heimatland beseitigen und hat Wanda benutzt, um Sobolew zu eliminieren. Dass Sobolew ein schwaches Herz hatte und gar nicht vergiftet werden musste, konnte Knabe nicht ahnen, ebenso wenig, dass der deutsche Geheimdienst alles andere als erfreut über Knabes Alleingang sein und seine Liquidierung anordnen würde.

 

Da wird Fandorin von Jekaterina Golowina aufgesucht, einer Geliebten Sobolews. Sie ist fest davon überzeugt, dass der General ermordet wurde. Sie spricht von einem Portefeuille (Inhalt: Eine Million Rubel, Sobolews gesamtes Vermögen), das ihr Geliebter bei sich gehabt haben soll. Dieses Portefeuille wurde bei der Durchsuchung des Hotelzimmers nicht gefunden. Fandorin macht sich auf die Suche nach dem Geld und gerät dabei in größte Gefahr. Nicht nur kommt er den mächtigsten Männern des Zarenreiches in die Quere, sondern auch deren Werkzeug Ahimaaz Welde, dem König der Auftragskiller…

 

In diesem Roman wird Fandorin endgültig zu einer Mischung aus Sherlock Holmes und James Bond, denn zu seinen überragenden Geistesgaben und dem legendären Glück im Spiel gesellen sich außerordentliche Fertigkeiten, die sich der junge Kollegienassessor in Japan angeeignet hat. Die fernöstlichen Kampf- und Meditationstechniken sowie das Ninja-Waffenarsenal, welche er meisterlich beherrscht, kann Fandorin gut gebrauchen, denn er hat es mit einem äußerst gefährlichen Widersacher zu tun. Ich will nicht zu viel verraten, aber Ahimaaz Welde hat schon im ersten Fandorin-Roman eine Rolle gespielt. Ihm hat Fandorin seine jetzige Lebenssituation im Grunde sogar zu »verdanken«. Der Killer hat unter anderem für die Asasel-Organisation gearbeitet… Die Besonderheit dieses Romans besteht darin, dass nach gut 230 Seiten, in denen die Geschehnisse aus Fandorins Blickwinkel erzählt werden, ein Perspektivwechsel stattfindet. Die folgenden 170 Seiten enthalten Ahimaaz Weldes Lebensgeschichte, die schließlich in jene Ereignisse mündet, welche der Leser schon kennt. Diese erscheinen nun aber in anderem Licht und erhalten eine ganz neue Dimension.

 

Durch diesen Kunstgriff wird der an sich schon spannende, wendungsreiche Kriminalfall noch interessanter. Zudem wird wie schon in den ersten Romanen ein lebendiges Bild der prunkvollen Zarenzeit gezeichnet. Den General Sobolew hat es ja wirklich gegeben und auch in der Realität kam sein Tod wohl recht überraschend. Für den Humor ist diesmal hauptsächlich Fandorins Faktotum Masa zuständig. Fandorins treuer Freund mit einer Schwäche für das schöne Geschlecht und süßes Gebäck mag mit seiner gedrungen, krummbeinigen Statur wenig beeindruckend wirken, ist jedoch ein geschickter Kämpfer. Er rettet seinem Herrn sogar das Leben. Masa hält die Russen für Barbaren und eckt mit seinen ungewöhnlichen Verhaltensweisen immer wieder an, was für diverse Pointen sorgt. Es wird übrigens erwähnt, dass Fandorin einer Frau namens Midori hinterhertrauert, in die er sich wohl in Japan verliebt hat. Das spielt aber im weiteren Verlauf des Romans keine Rolle mehr.

 

Fandorins unkonventionelle Arbeitsweise, die verzwickte Story, die durchaus deftige Gewalt vor allem in den Ahimaaz-Kapiteln und nicht zuletzt der für diese Romanreihe typische »historisierende« Stil machen auch Fandorins viertes Abenteuer zu einem erstklassigen Lesevergnügen.

 

25.12.2016

Wolfenstein: The New Order

Sony Playstation 4

 

Der Name »Wolfenstein« hat bei Gamern der ersten Stunde einen guten Klang, denn Wolfenstein 3D gilt als Meilenstein im Bereich der Egoshooter. Das erste Kapitel dieses Spiels aus den Neunzigerjahren kann als Minigame in Wolfenstein: The New Order gezockt werden. Hier wie dort ist der polnischstämmige US-Soldat William »BJ« Blazkowicz die Hauptfigur der Story. Es handelt sich um eine Alternativweltgeschichte mit einem völlig anderen Verlauf des Zweiten Weltkrieges: Die Alliierten geraten aufgrund des technischen Vorsprungs des nationalsozialistischen Regimes unter schweren Druck. Sie unternehmen im Jahre 1946 einen großangelegten Luftangriff auf eine festungsartige Waffenfabrik, in der grausame Menschenversuche durchgeführt werden. Die Sache geht schief. BJ erleidet eine Kopfverletzung und fällt ins Koma. Als er 14 Jahre später erwacht, haben die Nazis den Krieg gewonnen, die ganze Welt erobert und sogar eine Basis auf dem Mond errichtet…

21.12.2016

DVD: Operation Ganymed

 

In diesem SF-Film von Rainer Erler aus dem Jahre 1977 spielen Horst Frank, Jürgen Prochnow, Claus Theo Gärtner, Uwe Friedrichsen und Dieter Laser die letzten Überlebenden der ehrgeizigsten Weltraummission aller Zeiten. Drei Raumfahrzeuge starten zu einem mehrjährigen Flug. Ziel ist die Landung auf dem Jupitermond Ganymed. Beim Vorbeiflug am Jupiter bricht die Funkverbindung zwischen den Raumschiffen und der Missionskontrolle ab. Sechs Monate später geht man davon aus, dass es zu einer Katastrophe gekommen ist, bei der alle 21 Raumfahrer gestorben sind. Tatsächlich sind zwei Schiffe in der Atmosphäre des Riesenplaneten verglüht. Ganymed II hat das Swing-by-Manöver jedoch mit beschädigten Funkantennen überstanden und kehrt nach einer Gesamtflugzeit von viereinhalb Jahren zurück. Das Schiff geht planmäßig in die Erdumlaufbahn, aber die Landefähre, in die die Astronauten zur Landung umsteigen sollten, erscheint nicht auf dem Radar und niemand reagiert auf die Funkrufe der Ganymed II. Die Astronauten landen mit der Kommandokapsel und finden sich in einer menschenleeren Einöde wieder…

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