

21.05.2013
John Wyndham: Die Triffids Heyne, 2012 300 Seiten
Die Triffids sind künstlich gezüchtete Pflanzen, aus denen ein besonders hochwertiges Öl gewonnen werden kann. Sie wurden in Russland entwickelt und haben sich infolge eines schiefgegangenen Falles von Industriespionage über die ganze Welt verbreitet. Die Triffids haben einen Giftstachel, der an einem peitschenartigen Tentakel sitzt, und können sich auf ihren Wurzeln fortbewegen. Sie können untereinander kommunizieren und sind lernfähig. Das Gift der Triffids ist für Menschen tödlich. Man kann sich ihnen nur mit spezieller Sicherheitskleidung nähern. Die wertvollen Pflanzen werden deshalb in besonders gesicherten Plantagen gehalten, der nur langsam nachwachsende Stachel wird regelmäßig gestutzt. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme entgeht der englische Biochemiker Bill Masen nur knapp einem Angriff der von ihm betreuten Triffids. Sein Gesicht wird von Giftspritzern getroffen. Er muss einige Zeit mit verbundenen Augen in einem Krankenhaus in London verbringen. Deshalb entgeht ihm ein Schauspiel, das von fast allen Menschen weltweit beobachtet wird: Eines Nachts geht ein besonders starker Meteoritenschauer über der Erde nieder, wodurch spektakuläre grüne Lichtblitze verursacht werden.
Am nächsten Morgen haben alle Menschen, die das Meteoritenlicht gesehen haben, ihr Augenlicht verloren. Als Bill die Augenbinde entfernt, ist er einer der letzten Sehenden in einer Welt der Blinden. Bereits Stunden später versinkt die ganze Stadt im Chaos. Die öffentliche Ordnung bricht zusammen und es kommt keine Hilfe. Bill rettet die junge Autorin Josella Playton vor einem Blinden, der sie versklaven wollte. Die beiden begegnen anderen Sehenden, die bereits dabei sind, eine isolierte Gemeinschaft mit neuen, an die dramatisch veränderten Lebensumstände angepassten Regeln aufzubauen. Bill und Josella verlieben sich ineinander und wollen London verlassen, werden aber getrennt, als die Gemeinschaft von einer anderen Gruppe angegriffen wird. Deren Oberhaupt, ein Mann namens Coker, ist der Überzeugung, dass die Sehenden verpflichtet sind, die Blinden so gut wie möglich zu versorgen. Bill wird zur Mithilfe gezwungen. Die Situation wird jedoch trotz gut gefüllter Läden und Vorratslager unhaltbar, denn eine tödliche Seuche breitet sich aus, so dass sich die Stadt in ein Massengrab verwandelt. Zudem dringen die Triffids, nun von niemandem mehr bewacht, auf der Jagd nach den hilflosen Blinden unaufhaltsam weiter vor…
Dieser 1951 erstmals erschienene Roman wirkt erstaunlich zeitlos. Abgesehen von einzelnen Stellen, an denen von veralteten Gerätschaften die Rede ist, könnte es sich um eine aktuelle Endzeit-Geschichte handeln. Mit dem Unterschied allerdings, dass die Bedrohung nicht von den heute so beliebten lebenden Toten ausgeht. Zombies kommen hier nicht vor, stattdessen Fleisch fressende Pflanzen, die ihre Opfer mit dem Giftstachel töten und dann neben den Leichen abwarten, bis diese soweit verwest sind, dass sie problemlos verzehrt werden können. Entscheidend für den Zusammenbruch der Zivilisation ist nicht die Invasion der Triffids, sondern die vom Meteoritenlicht verursachte Blindheit. Die Triffids nutzen die neue Situation nur aus. Sie sind lediglich einer von vielen Faktoren für die Probleme der Überlebenden, die sich vor allem gegenseitig das Leben schwer machen. Bill Masen entwickelt am Ende die Theorie, dass es sich gar nicht um Meteoriten gehandelt habe, sondern um geheime Satellitenwaffen, durch die möglicherweise auch die tödliche Seuche ausgelöst worden ist. Eine geradezu visionäre Idee!
Wyndham zeigt einige denkbare Entwicklungen auf. In der Gruppe, der sich Bill und Josella ursprünglich anschließen wollten, müssen persönliche Interessen und moralische Erwägungen hintanstehen. Man lässt sich ausschließlich von der Logik leiten. Unter anderem sollen deshalb die Blinden sich selbst überlassen werden, da ihr Schicksal sowieso besiegelt ist. Coker sieht das anders. Er will Hilfe um jeden Preis leisten, wodurch er das Leiden der Betroffenen aber nur verlängert. Dann gibt es noch Menschen, die sich nicht anpassen können und an ihren überholten - in der neuen Situation sogar gefährlichen - Grundsätzen festhalten. Am Ende tritt eine Gruppe auf, die eine Art mittelalterliches Feudalsystem etablieren will. Bill und seine Freunde versuchen sich als Selbstversorger, müssen aber erkennen, dass sie es allein nicht schaffen können. Welcher Weg ist der richtige? Wyndham legt sich da nicht fest, der Leser muss sich seine eigenen Gedanken machen.
Masen bleibt als Ich-Erzähler eher sachlich (britische Zurückhaltung und Understatement, könnte man sagen), er deutet die Schrecken des Weltuntergangs meist nur an. Dennoch ist die Atmosphäre absolut überzeugend, die Geschichte von Anfang bis Ende packend. Interessant ist übrigens die Wandlung Josellas vom Society-Girl zur pragmatischen Überlebenskünstlerin - solche Frauenfiguren sind für SF der Fünfzigerjahre nicht unbedingt typisch.
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20.05.2013
DVD: Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe (1969)
In dieser herrlichen Western-Komödie spielt James Garner einen Revolverhelden mit Köpfchen namens Jason McCullough, der sich trotz seiner Schnelligkeit und Zielsicherheit mit voller Absicht keinen Ruf im Wilden Westen gemacht hat, weil man damit nur Typen anzieht, die sich mit einem messen wollen. Eigentlich ist er unterwegs nach Australien, verdingt sich aber in der Goldgräberstadt Calendar als Sheriff. Der dortige Verschleiß an Ordnungshütern ist hoch, denn die ganze Stadt zittert vor der brutalen Danby-Familie. Nicht so McCullough! Er geht mit angewandter Psychologie gegen die Gangster vor und erwischt sie so auf dem falschen Fuß…
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16.05.2013
Tomb Raider Sony Playstation 3
Dies ist schon der x-te Teil einer Spielereihe mit der Hauptfigur Lara Croft, einer jungen Archäologin, die ihren Job eher nach dem Vorbild von Indiana Jones und weniger wie eine Akademikerin macht. Ich habe noch keines der älteren Spiele gespielt - eine echte Bildungslücke! Da kam mir der neueste Teil gerade recht, denn es soll sich um einen Reboot der Serie handeln. Ich musste also keinerlei Vorkenntnisse haben, kann aus demselben Grund aber nicht beurteilen, ob Tomb Raider eine würdige Fortsetzung bzw. einen adäquaten Neustart darstellt. Wie mir das Spiel gefallen hat, erfahrt ihr, wenn ihr den folgenden Link anklickt.
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15.05.2013
Blu-ray: The Cabin in the Woods (2011)
Habe schon lange keinen so spannenden, blutigen und trotzdem witzigen Horrorfilm mehr gesehen - und schon gar keinen, bei dem die Klischees des Slasher-Genres derart gegen den Strich gebürstet werden. In »The Cabin in the Woods« gelten scheinbar die allseits bekannten Regeln: Ein paar Studenten wollen ein Wochenende in einem Waldgebiet fernab der Zivilisation verbringen, bekommen es aber mit untoten Hinterwäldlern zu tun. Einer nach dem anderen wird massakriert (wer Sex hat, stirbt natürlich zuerst), bis nur noch das »Final Girl« übrig ist. Das ist aber nur eine Ebene der Handlung. Es gibt noch eine ganz andere, die alle Regeln auf den Kopf stellt und die Ereignisse in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. Wenn ihr den Film noch nicht kennt und euch den Spaß nicht verderben wollt, dann solltet ihr den folgenden Link ausnahmsweise nicht anklicken!
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13.05.2013
Gene Wolfe: Die Klaue des Schlichters Heyne, 1984 333 Seiten
Severian ist unterwegs nach Thrax, um dort das vakante Amt des Scharfrichters zu übernehmen. Er wurde von Dorcas und den anderen Reisegefährten getrennt. Severian und sein neuer Freund Jonas machen Zwischenstation in der Stadt Saltus, denn dort gibt es Arbeit für den Folterer. Severian erhält einen angeblich von Thecla verfassten Brief, in dem er zu einem Treffen gebeten wird. Severian ist überglücklich und bricht sofort auf, um die tot geglaubte Chatelaine wiederzusehen. Der Weg zum Treffpunkt führt durch eine uralte unterirdische Stadt voller Schätze. Als Severian dort von degenerierten Menschen angegriffen wird, setzt er erstmals bewusst die Klaue des Schlichters ein, die seine damalige Gefährtin Agia in Nessus aus dem Tempel der Pelerinen entwendet hat. Die affenartigen Höhlenwesen haben Respekt vor der Klaue und stellen ihre Angriffe ein. Severian erkennt, dass das Artefakt Heilkräfte besitzt. Er setzt sich das Ziel, die Klaue zu den Pelerinen zurückzubringen.
Am Treffpunkt angekommen, erlebt Severian eine Enttäuschung. Thecla ist wirklich tot; der Brief wurde von Agia verfasst. Die Frau wollte ihn in einen Hinterhalt locken. Severian behält die Oberhand, verschont Agia jedoch. Wenig später überwinden Severian und Jonas einige Meuchelmörder, mit deren Reittier sie ein Versteck der von Vodalus angeführten Rebellen erreichen. Vodalus strebt die Wiederherstellung der alten Macht der Menschheit an und will den Autarchen stürzen. Er nimmt Severian in seine Organisation auf und gibt ihm den Auftrag, eine Botschaft zu einer Kontaktperson im Haus Absolut - der Residenz des Autarchen - zu bringen.
Zuvor nimmt Severian an einem grausigen Ritual teil. Er und alle Gefolgsleute Vodalus‘ nehmen eine bestimmte Droge ein und verzehren Theclas Leichnam, den Vodalus in seinen Besitz gebracht hat. Dadurch gehen die Erinnerungen der Frau, die er einst geliebt hat, auf Severian über. Da er über ein absolutes Gedächtnis verfügt, ist diese Vereinigung von dauerhafter Natur, und manchmal ergreift Theclas Bewusstsein Besitz von Severians Körper…
Dies ist der zweite Roman aus dem fünfbändigen Zyklus »Die Urth der Neuen Sonne«. Seit den in Band 1 geschilderten Ereignissen scheint einige Zeit vergangen zu sein. Es wird nicht darauf eingegangen, wie Severian von der Schauspielertruppe des Dr. Talos getrennt wurde, wie Jonas zu seinem besten Freund geworden ist und warum beide jetzt in Saltus leben. Doch nicht nur wegen dieses Bruchs fällt es manchmal schwer, der mäandrierenden Geschichte zu folgen. Zu allem Überfluss wird sie zweimal unterbrochen. Einmal durch eine Erzählung aus dem »Braunen Buch«, das eine Sammlung antiker Fabeln zu enthalten scheint. Die Erzählung erinnert an den Kampf des Theseus gegen den Minotaurus - auch hier begeht der Vater des Helden Selbstmord, weil dieser mit einem Schiff zurückkehrt, das schwarze Segel gesetzt hat. Die andere Unterbrechung ist weit rätselhafter. Es handelt sich um den kompletten (und ziemlich langen) Text eines Schauspiels, das von Dr. Talos aufgeführt wird. Ich muss zugeben, dass ich den Sinn dieses Schauspiels nicht durchschaut habe…
Auch sonst habe ich mich gefragt, ob all die unzähligen in den Raum geworfenen, oft aus dem Griechischen und Lateinischen stammenden (oder zumindest so klingenden), aber nicht erklärten Namen für Personen, Objekte, Orte, Rituale und so weiter irgendeine tiefere Bedeutung haben, die sich mir nicht erschlossen hat, oder ob Wolfe all diese Begriffe nur verwendet, um eine Atmosphäre der Fremdartigkeit zu erzeugen. Zumindest das ist ihm definitiv gelungen, aber leider hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen fehlen, um den Roman gänzlich zu verstehen. Zusammenhänge werden bestenfalls angedeutet, hinzu kommen gänzlich rätselhafte Visionen und kafkaeske Erlebnisse Severians, bei denen man nicht weiß, ob sie real sind oder nicht. Aber vielleicht macht ja die so erreichte Fremdartigkeit einen Teil der Faszination des Zyklus aus! Wenigstens enthält dieser Band einen kurzen Anhang, in dem Wolfe ein paar Details zum Gesellschaftssystem, zur Währung, den Maßen und den Zeiteinheiten liefert.
Im Verlauf der Handlung werden neue Einblicke in Severians Welt vermittelt, und wieder muss ich sagen: Diese Romane sind eher Science Fiction als Fantasy. Ein Mann aus einer (alternativen?) Zukunft taucht auf, Außerirdische (die »Cacogens«) leben getarnt unter dem Menschen, das Drüsensekret eines von einem fremden Planeten stammenden Tieres wird für das kannibalistische Ritual verwendet, Severian wird von den Notulen angegriffen - anscheinend Biowaffen, die ihren Opfern jegliche Wärme entziehen. Jonas ist eine Art Maschinenwesen, das vermutlich vor sehr langer Zeit bei der Notlandung eines Raumschiffes auf der Erde beschädigt und mit menschlichen Körperteilen ausgebessert wurde. Umgekehrt wurde eine Frau namens Jolenta aus Dr. Talos‘ Truppe mittels biomechanischer Manipulation buchstäblich »aufgehübscht«…
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12.05.2013
Bild des Monats Mai 2013: Eigene Dummheit ist am schlimmsten
Mal einen Moment nicht aufgepasst, ein bisschen zu schnell eingeparkt - und schon ist mein armes altes Auto um eine Schramme reicher.

Sieht nicht so schlimm aus? Ihr solltet das andere Auto sehen! Verdammt ärgerliche Sache, und damit meine ich nicht die im Grunde lächerlichen Kratzer, sondern die Tatsache, dass ich mich dermaßen dumm angestellt habe. Dabei passe ich sonst immer so auf! Was war los? Parklücke zu eng? Hektik? War ich abgelenkt? Ich weiß es nicht. Die Versicherung zahlt, trotzdem ist es mir außerordentlich peinlich.
Warum ich das überhaupt erwähne? Na, weil’s eine Premiere ist. So was ist mir noch nie passiert.
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09.05.2013
Landwirtschaftssimulator 2013 PC DVD-ROM
Im realen Leben sind schon Wochen vergangen, aber in Bauer Kringels Tagebuch gilt Ingame-Zeit, und danach bewirtschafte ich meinen Hof jetzt am fünften Tag. Ältere Einträge findet ihr weiter unten auf dieser Seite und im Archiv.
5. Tag: Bauer Kringel setzt auf Gemüse und alternative Energiequellen
Ein neuer Tag bricht an. Es ist nicht mehr so sonnig wie bisher, in den frühen Morgenstunden liegt dichter Nebel über dem Land, der sich erst zur Mittagszeit auflöst. Habe die virtuelle Nacht durchgearbeitet und einige Male das Gras beim Golfplatz abgemäht. Auf diese Weise habe ich so viel Geld gescheffelt, dass ich mich allmählich frage, warum ich mir überhaupt noch die Mühe mache, Felder zu bestellen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Gewinn! Aber es geht mir darum, einfach mal alles auszuprobieren, außerdem nehmen mir Hinnerk und Alfred die meiste Arbeit ab. Nur düngen muss ich noch selbst, dafür kann man keinen Helfer einstellen. Allerdings belegen die Helfer inzwischen alle Traktoren mit Beschlag. Da ich einen eigenen fahrbaren Untersatz brauche, investiere ich in einen Deutz Agrofarm 430 mit Frontlade-Vorrichtung. Der kostet zwar schlappe 132.000 Euro, hat aber gegenüber normalen, günstigeren Frontladern den Vorteil, dass ich sämtliche Landmaschinen ankoppeln kann.

(Bild 10: Mein erster selbst gekaufter Trecker mit Silagezange und Düngerstreuer)
Bin richtig stolz auf das Teil! Der Deutz ist leistungsfähiger und schneller als meine anderen Traktoren, dabei aber leiser. Wo ich schon mal in Kauflaune bin, besorge ich mir gleich noch etwas Zubehör für den neuen Trecker. Inzwischen ist die Silage »reif«, und mit dem Deutz kann ich das Zeug bei der Kuhweide in die Futtertröge kippen. Die Rinder scheinen ganz wild auf die neue Futtermischung zu sein, denn sie kommen alle angelaufen, um die Silage zu verschlingen. Ihre Produktivität schnellt auf 80 Prozent hoch - das ist fast das Doppelte des bisherigen Werts!
Bei der Kuhweide steht mir einiges an freier Fläche zur Verfügung. Dort kann ich die beim Händler erhältlichen frei platzierbaren Objekte aufstellen. Im Moment reicht das Geld nur für ein Gewächshaus. Solche für Kräuter, Tomaten und Salat stehen zur Auswahl, ich entscheide mich für Tomaten. Mist und Wasser werden gebraucht, damit das Gemüse wächst. Mist habe ich ja jetzt, er wird mit dem Frontlader in einen außen angebrachten Trog gekippt. Aber wie bringe ich Wasser zum Gewächshaus? Mal sehen, was der Landmaschinenhändler anbietet. Aha! Ich brauche einen mobilen Wassertank. Den kann ich gratis am Fluss (die Wasser-Animation sieht übrigens recht antiquiert aus) auffüllen. Ich lasse den Tank gleich beim Gewächshaus stehen, denn eine andere Verwendung für das Wasser habe ich derzeit nicht.

(Bild 11: Das Gewächshaus, hinten der mobile Wassertank)
Ich kann das Glashäuschen sogar betreten, muss mich aber nicht ums Tomatenpflücken kümmern. Das Gewächshaus wirft stündlich einfach so Gewinn ab, der dem Konto gutgeschrieben wird. Mein nächstes Ziel ist eine Solaranlage. Die kostet weit über 100.000 Euro. Da ich mich standhaft weigere, noch einen Kredit aufzunehmen (bei Spielstart hatte ich schon einen), muss ich also wieder Missionen erfüllen, wenn ich nicht viele Ingame-Tage abwarten will, bis die Getreideernte genügend Geld einbringt.
Um nicht immer nur Rasen zu mähen, probiere ich doch nochmal eine Transportmission aus. Mit dem neuen Frontlader geht das eigentlich ganz gut. Ich muss die zu transportierende Palette nur gaaaanz vorsichtig auf die Gabel nehmen und diese ein bisschen hochklappen, damit das Transportgut nicht wieder runterrutscht. Dann muss ich nur noch wie auf rohen Eiern zum grün umrandeten Zielpunkt ganz am anderen Ende der Map fahren, und schon bin ich um fast 10.000 Euro reicher. Weil das so gut funktioniert hat, nehme ich gleich die nächste Transportmission an. Prompt ramme ich einen PKW. Die Palette fällt runter und die Mission scheitert, weil ich mir einen beim Versuch abbreche, die Ladung wieder aufzunehmen, und deshalb nicht rechtzeitig ankomme! Die nächsten Missionen (gemäht werden muss auch mal wieder) verlaufen besser. Übung macht den Meister! Nachdem ich x-mal kreuz und quer über die Map getuckert bin, muss ich kaum noch auf die wenig hilfreiche PDA-Karte schauen; inzwischen weiß ich, wo sich die Einrichtungen befinden und wie ich dort hinkomme. Praktischerweise kann ich die Wege abkürzen, indem ich einfach über die Äcker fahre.
Dann kommt der große Moment: Ich kaufe eine Solaranlage und platziere sie in der Nähe meines Hofes.

(Bild 12: Die Solaranlage steht nachmittags im Schatten, bringt aber trotzdem Geld)
Die Anlage beschert mir stündlich Einkünfte in Höhe von 190 Euro. Keine Ahnung, ob das auch gilt, wenn die Sonne untergegangen ist - maximal könnte ich also täglich abzgl. Betriebskosten ca. 4500 Euro Reingewinn machen. Wenn ihr bedenkt, wie teuer das Ding war, könnt ihr euch selbst ausrechnen, nach wie vielen Ingame-Tagen sich die Anlage amortisieren wird. Aber egal: Es geht ja ums Ausprobieren!
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07.05.2013
Blu-ray: Armee der Finsternis - Director's Cut (1992)
Eine der kultigsten Horror-Komödien aller Zeiten endlich auf Blu-ray, und dann auch noch im Director's Cut! »Armee der Finsternis« ist der letzte Teil der »Tanz der Teufel« (»Evil Dead«) - Trilogie und unterscheidet sich nicht nur vom deutlich herabgesetzten Härtegrad der Gewalt von den ersten beiden Filmen. Auch die Handlung stellt - obwohl sie direkt an das Ende von Teil 2 anknüpft - einen ziemlich heftigen Bruch dar. Ash, der letzte Überlebende der ersten beiden Filme, wird durch einen Zeittunnel ins Mittelalter geschleudert, ist aber selbst in der Vergangenheit nicht sicher vor den dämonischen Kräften, denen er sich in der Gegenwart stellen musste. Beim Versuch, in seine eigene Zeit zurückzukehren, macht Ash einen fatalen Fehler. Die Armee der Finsternis wird erweckt, angeführt von einer bösen Version von Ash…
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06.05.2013
J. D. Salinger: Der Fänger im Roggen rororo, 2010 270 Seiten
Holden Caulfield, 16 Jahre alt, Sohn aus gutem Hause, fällt in vier von fünf Prüfungsfächern durch und fliegt vom Internat. Wieder einmal. Er hat schon verschiedene Schulen ähnlich erfolglos »beendet«. Einige Tage vor Beginn der Weihnachtsferien verlässt Holden die Schule nach einem Abschiedsbesuch bei dem einzigen Lehrer, den er nicht verabscheut, und fährt nach New York. Dort wohnen seine Eltern und seine zehnjährige Schwester Phoebe. Holden quartiert sich zunächst in einem billigen Hotel ein, denn er will nicht zu Hause sein, wenn die Nachricht über den Abbruch eintrifft.
Holden irrt ziellos durch die New Yorker Bars, macht Zufallsbekanntschaften, gerät mit einer Prostituierten und deren Zuhälter aneinander, und verabredet sich schließlich mit seiner alten Flamme Sally Hayes. Das Rendezvous gerät jedoch zu einem Desaster. Da er nach der Sache mit der Prostituierten nicht im Hotel bleiben kann, schleicht sich Holden in der zweiten Nacht doch schon in die elterliche Wohnung. Er spricht mit Phoebe, die ihn fragt, was er gern sein würde. Daraufhin erinnert er sich an ein Gedicht von Robert Burns, das in ihm die Vorstellung erweckt, er habe die Aufgabe, die in einem Roggenfeld spielenden Kinder zu fangen, bevor sie in eine Schlucht stürzen. Das würde ihm gefallen. Doch wer soll Holden vor dem Sturz in den Abgrund bewahren, auf den er selbst zusteuert?
Zum Glück musste ich diesen Roman, der zu den wichtigsten Werken der englischsprachigen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts gezählt wird, nicht in der Schule lesen und analysieren. Das hätte ja bedeutet, dass ich dann ungefähr im selben Alter gewesen wäre wie der Ich-Erzähler Holden Caulfield, und dass ich mich somit quasi selbst hätte analysieren müssen. Denn als pubertierender Jugendlicher hatte ich ganz ähnliche Probleme wie die Hauptfigur. Einerseits keinen Bock auf Lernen, auf die »Spitzentypen« in der Schülerschaft (Holden-Diktion für Sportskanonen und andere oberflächliche, aber hoch angesehene Wichtigtuer), und auf die ganze piefige Verlogenheit der Erwachsenenwelt. Andererseits totale Orientierungslosigkeit, was die eigene Identität und Fragen wie »was willst du denn mal werden« angeht. Außerdem wäre mir dann die Neuübersetzung aus dem Jahre 2003 entgangen, die den schnodderigen Stil ein wenig an den heutigen Sprachgebrauch anpasst. Holden verwendet gern absurde Übertreibungen und Kraftausdrücke, aber die Übersetzung ist relativ zeitlos (der Roman ist 1951 erschienen!), d.h. es wird zum Glück kein aktueller Jugendslang verwendet.
Es geschieht nicht viel; obige ultrakurze Zusammenfassung enthält schon fast das gesamte Handlungsgerüst. Es wird zwar fast akribisch genau erzählt, was Holden während der drei Handlungstage so unternimmt, aber wichtiger ist, was er denkt und fühlt. Diese »innere Handlung« ist ungemein lebendig und mitreißend, man lernt Holden genau kennen. Er möchte für hart, cool und lässig gehalten werden, ist aber im Grunde ein intelligenter und mitfühlender junger Mann mit einem ausgeprägten Beschützerinstinkt und den typischen gleichzeitig naiven und extremen Ansichten eines Teenagers. Am Ende weiß er zwar vermutlich immer noch nicht, was er aus sich und seinem Leben machen soll, lernt aber anscheinend, Verantwortung zu übernehmen.
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02.05.2013
Landwirtschaftssimulator 2013 PC DVD-ROM
Ein neuer Tag in Bauer Kringels Tagebuch, d.h. diesmal sind es gleich zwei Ingame-Tage. Die ersten beiden Einträge findet ihr weiter unten auf dieser Seite und im Archiv.
3. / 4. Tag: Bauer Kringel stellt Knechte ein und wird Viehzüchter
Obwohl ich den Zeitablauf um das 120-fache beschleunige, dauert es ziemlich lange, bis die nächste Ernte eingebracht werden kann. Anschließend muss wieder gegrubbert und gesät werden. Das wird mir alles zu mühsam, also stelle ich einen Helfer ein - nennen wir ihn Hinnerk, denn das Spiel gibt ihm keinen Namen. Solche Helfer sind nichts anderes als Autopiloten für Fahrzeuge. Man stellt zum Beispiel den Mähdrescher an eine Ecke des Feldes, drückt die H-Taste, und schon fährt die Maschine solange immer wieder hin und her, bis der Acker komplett abgemäht ist. Das kostet zwar Geld, erleichtert die Bewirtschaftung aber ungemein. Während Knecht Hinnerk die Drecksarbeit für mich erledigt, kann ich Missionen absolvieren und damit recht viel Geld verdienen. Ich ändere die Spieloptionen so, dass mir alle zwei Minuten eine neue Mission angeboten wird, und fahre dann etwa ein Dutzend Mal zum Golfplatz und zum Campingplatz, mähe Gras und heimse Gewinne ein. Tatsächlich muss ich sagen, dass das Geldverdienen ohne Missionen in der Anfangsphase des Spiels eine sehr langwierige Angelegenheit wäre!
Um das ganze Gras nicht sinnlos herumliegen zu lassen, erweitere ich meinen Fuhrpark und schaffe mir einen Ladewagen an.

(Bild 7: Meine bislang teuerste Anschaffung - ein Ladewagen)
Das Ding kostet 90.000 Euro! Der Ladewagen ist selbst ohne Füllung so schwer, dass meine kleinen Traktoren ganz schön ins Schwitzen kommen und mehr Sprit verbrauchen (Tankstellen sind an vielen Stellen der Karte zu finden), aber er ermöglicht es mir, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ich kann jetzt das Gras einsammeln, das ich in den Missionen mähe, und es als Viehfutter einsetzen. Auch das Stroh, das bei der Ernte von Weizen und Gerste bisher sinnlos liegen geblieben ist, lässt sich mit dem Ladewagen sammeln. Ich kann das Stroh verkaufen oder in den Stall einstreuen. Durch letzteres wird die Produktivität der Kühe gesteigert, außerdem erhalte ich dann Mist, den ich als Dünger verwenden kann.
Moment mal - Kühe? Ganz richtig: Ich habe mir ein zweites Standbein geschaffen und zwanzig Rinder gekauft. Die erscheinen nach dem Kauf automatisch auf der Kuhweide südöstlich von meinem Hof.

(Bild 8: Die Kuhweide, rechts der Melkroboter)
Gülle erhalte ich somit jetzt gratis, sie wird in einem riesigen Tank bei der Weide gesammelt. Witzig: In der Nähe der Tiere hört man Kaugeräusche, und wenn sie gemolken werden wollen, was automatisch mit dem in Bild 8 erkennbaren blauen Melkroboter erfolgt, fangen sie an zu muhen. Zweimal täglich fährt ein LKW von der Molkerei vor, der die Milch abholt. Das bringt derzeit noch nicht ganz so viel Geld, denn nur mit Gras und Stroh sind die Kühe offenbar nicht so recht zufrieden. Der nächste Schritt heißt deshalb: Silage herstellen. Auch hierbei leisten mir Mähwerk und Ladewagen wieder gute Dienste, denn Gras eignet sich prima für den Silierungsprozess. Man kippt das Zeug einfach ins Fahrsilo bei der Kuhweide und verdichtet es, indem man ein paarmal mit dem Trecker drüberfährt. Dann wird das Gras abgedeckt und muss eine Weile vor sich hin gären. In der Zwischenzeit kaufe ich einen Güllewagen, denn es wird Zeit, die Ernteerträge mit diesem natürlichen Dünger zu verbessern.

(Bild 9: Der Güllewagen wird gefüllt)
Um die Silage in die Futtertröge füllen zu können, brauche ich einen Frontlader. Wieder muss ich das nötige Geld erst einmal verdienen, und das geht am schnellsten mit den Mäh-Missionen. Weil ich mich nicht gleichzeitig um die Felder kümmern kann, stelle ich einen zweiten Knecht ein, den ich Alfred nenne. Während Hinnerk mit dem Mähdrescher erntet, bereitet Alfred dasselbe Feld mit dem Grubber für die nächste Aussaat vor. Es ist echt lustig, dabei zuzusehen, wie die beiden Fahrzeuge selbstständig über den Acker fahren! Ich kann mich aber nicht bequem zurücklehnen und die Knechte schuften lassen, denn es gibt noch viele andere Dinge zu erledigen - mehr davon im nächsten Eintrag!
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02.05.2013
DVD: Der große Diktator (1940)
Zu Charles Chaplins Meisterwerk sag‘ ich hier nur so viel: Solltet ihr diesen Film noch nicht gesehen haben, dann müsst ihr das schleunigst nachholen!
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01.05.2013
James Rollins: Sandsturm Blanvalet, 2005 608 Seiten
Durch einen Blitzeinschlag wird in der arabischen Abteilung des Britischen Museums in London eine gewaltige Explosion ausgelöst. Ein Wachmann kommt dabei ums Leben. Die Kuratorin Dr. Safia al-Maaz und ihre Jugendfreundin Lady Kara Kensington, die reiche Stifterin der betroffenen Sammlung, untersuchen die Trümmer. Sie entdecken ein in den Überresten einer antiken Statue verborgenes eisernes Artefakt in Form eines anatomisch korrekt geformten Herzens mit Schriftzeichen, die das Wort »UBAR« bilden. Für beide Frauen hat die Katastrophe eine ganz besondere Bedeutung. Safia ist die einzige Überlebende eines Bombenanschlages in Tel Aviv und wollte sich in London eine neue, sichere Existenz aufbauen. Diese Sicherheit wurde jetzt zerstört. Kara glaubt, das eiserne Herz sei ein Hinweis auf das Schicksal ihres vor vielen Jahren bei der Suche nach Ubar in der Wüste von Oman verschwundenen Vaters. Kara bereitet umgehend eine Expedition vor, an der auch Safias Ex-Mann, der Archäologe Dr. Omaha Dunn, teilnehmen soll.
Die Nachricht über die Explosion kommt noch am selben Tag dem Chef der SIGMA-Force zu Ohren, einer Spezialeinheit der DARPA. Die Männer und Frauen von SIGMA sind Top-Agenten mit militärischer und akademischer Ausbildung. Sie kommen zum Einsatz, wenn die wissenschaftlich-technische Überlegenheit der USA gefährdet wird. SIGMA arbeitet stets verdeckt in hochriskanten Situationen, um neue Forschungsergebnisse oder Technologien sicherzustellen und zu schützen. Painter Crowe erhält den Auftrag, den Vorfall im Britischen Museum zu untersuchen, denn Messungen beweisen, dass dort eine Antimaterie-Annihilierungsreaktion stattgefunden hat. Offenbar war die Antimaterie über Jahrhunderte hinweg stabil, und möglicherweise gibt es dort, wo sie gefunden wurde, noch mehr davon. Crowe reist inkognito nach London und schließt sich Karas Expedition an, begleitet von seiner neuen Partnerin Coral Novak. Crowes alte Partnerin, Cassandra Sanchez wurde beim letzten Einsatz als Verräterin enttarnt und ist ebenfalls unterwegs nach London. Sie arbeitet für die »Gilde«, eine illegale Geheimorganisation, der hochrangige Militärs angehören, und soll die Quelle der Antimaterie in ihren Besitz bringen.
Cassandra überfällt das Museum mit einem kleinen Team, wird aber von Crowe und Coral abgewehrt. Crowe weiß jetzt zwar, mit wem er es zu tun hat, aber er ahnt nicht, welche Macht hinter Cassandra steht. Die Lage wird noch komplizierter, als sich Crowe in Safia zu verlieben beginnt, und als eine unbekannte dritte Gruppe versucht, Omaha und dessen Bruder Danny zu entführen...
Die Existenz stabiler Antimaterie als Anknüpfungspunkt für diesen Agententhriller ist zwar so unrealistisch nicht, aber was sich im weiteren Verlauf ereignet, spielt eindeutig in den Bereich der Science Fiction hinein. Da geht es neben der Art und Weise, wie die Antimaterie stabil gehalten und genutzt wurde unter anderem um einen Stamm von Wüstennomaden, deren ausschließlich weibliche Ahnenreihe bis zur Königin von Saba zurückreicht. Die Damen besitzen übersinnliche Fähigkeiten, für die eine nur schwer zu akzeptierende pseudowissenschaftliche Erklärung gegeben wird. Wie in den Games der »Tomb Raider«-Reihe oder wie bei Indiana Jones müssen die Protagonisten eine Art Schnitzeljagd absolvieren und diversen kryptischen Hinweisen folgen, um die verborgene Stadt Ubar zu finden, die am Ende des Romans selbstverständlich endgültig untergeht. Leider muss der Autor einen Kunstgriff anwenden, um die Protagonisten rechtzeitig in Sicherheit zu bringen: Es gibt eine Art Hintertür nach Ubar, die anscheinend weder absolut geheim noch besonders gesichert ist. Dadurch wird die gesamte aufwändige Schnitzeljagd leider ad absurdum geführt.
Die Bösen sind unserer Heldengruppe immer auf den Fersen oder sogar einen Schritt voraus, für Spannung ist also ausreichend gesorgt. Verfolgungsjagden, Feuergefechte, Explosionen - wäre der Roman ein Kinofilm, bekäme man sicher einiges geboten. Da sich der Autor bemüht, die Figuren für den Leser greifbar zu machen, funktioniert die ziemlich wilde Action aber auch sozusagen im Kopf. Safia und Painter sind die Dreh- und Angelpunkte der Handlung. Ihren Hintergrundgeschichten wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Aber auch die Nebenfiguren sind gut getroffen, so dass man auch bei ihnen mitfiebern kann, wenn sie in Gefahr geraten. Etwas Romantik ist ebenfalls dabei, denn natürlich keimen zwischen Safia und Painter zarte Bande, aber es gibt für beide Konkurrenz. Insgesamt kann ich sagen: Es wird solide Thriller-Unterhaltung geboten, garniert mit originellen Ideen und sympathischen Figuren - Figuren, denen man gern wiederbegegnen möchte. Und die Chancen dafür stehen gut, denn »Sandsturm« ist nur der erste einer ganzen Reihe von Romanen, in denen es um Einsätze der SIGMA-Force geht. Zwei weitere liegen bereits in meinem SUB.
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28.04.2013
Brian Sibley: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - Das offizielle Filmbuch Klett-Cotta, 2012 168 Seiten
Ähnlich wie das »offizielle Begleitbuch« von Jude Fisher enthält auch das »offizielle Filmbuch« zahlreiche Informationen zu den Figuren in Peter Jacksons neuestem Film, die sich überhaupt nicht aus dem Film selbst ergeben. Erstaunt nimmt der Leser zur Kenntnis, dass sich das Produktionsteam sehr viele Gedanken über den Hintergrund der neuen Hauptpersonen gemacht hat. So geht das Filmbuch zum Beispiel auf die Familiengeschichten, prägenden Charakterzüge und typischen Eigenschaften der dreizehn Zwerge ein. Jedem Zwerg ist ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem der jeweilige Schauspieler genauer vorgestellt wird und erläutern darf, was für ein Typ die von ihm gespielte Figur eigentlich ist. Maskenbildner und Kostümdesigner bringen Beispiele dafür, wie sich der Charakter einer Figur in ihrer Kleidung, ihren Waffen usw. widerspiegelt. Hinzu kommen unzählige Anekdoten. Wer hätte gedacht, dass Ori schon im ersten »Herr der Ringe«-Film zu sehen ist? Besser gesagt: Sein Skelett. Ori war nämlich jener Zwerg, der die letzten Einträge ins Buch von Mazarbul geschrieben hat.
Natürlich geht es nicht nur um die Zwerge. Bilbo, Gandalf, Radagast, Galadriel und andere Figuren haben ihre eigenen Kapitel. Großformatige Standfotos, Artworks, Skizzen, Bilder der Kulissen, Modelle, Requisiten usw. runden den informativen Inhalt ab. Außerdem sind die Schauspieler mal ohne Maske zu sehen - erstaunlich, was für Gesichter sich unter den riesigen künstlichen Bärten und Nasen verbergen! Erneut fällt auf, dass Azog hier mit keiner Silbe erwähnt wird, und dass es vom Großork nur Konzeptzeichnungen und Modelle gibt. Das ist im Begleitbuch genauso. Vermutlich waren die beiden komplett computergenerierten Kreaturen zum Zeitpunkt der Drucklegung noch nicht fertig.
Anders als das offizielle Begleitbuch dient das Filmbuch weniger als Nachschlagewerk zu Tolkiens Welt und den darin lebenden Figuren. Vielmehr steht - wie der Titel schon sagt - der Film im Mittelpunkt. Man könnte sagen: Das Buch ist ein Making of in Textform. Natürlich enthält es hauptsächlich Lob, aber zumindest werden diverse Probleme wie das extreme Arbeitspensum der Filmcrew ab und zu mal angedeutet. Verschiedene Aspekte des Produktionsprozesses werden erläutert, auf die Tücken der hochauflösenden 3D-Filmtechnik wird eingegangen, verschiedene Mitglieder der Filmcrew kommen zu Wort und erklären ihre Arbeitsweise. Unglaublich, was für ein Aufwand hier betrieben wurde! Allein mit der Herstellung der Frisuren und Bärte in x-facher Ausführung war ein ganzes Team monatelang beschäftigt. In ihren dicken »Fatsuits« und Silikonmasken haben die Zwergen-Darsteller derart geschwitzt, dass der Schweiß regelmäßig »gemolken« werden musste…
Insgesamt kann ich zufrieden feststellen, dass das Filmbuch mehr ist als nur nett bebildertes Werbematerial. Es ist ein sehr schönes Erinnerungsstück, dem man ein paar falsch geschriebene Namen und andere Fehler gern verzeiht.
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25.04.2013
Landwirtschaftssimulator 2013 PC DVD-ROM
Weiter geht’s mit Bauer Kringels Tagebuch - den ersten Eintrag findet ihr im Archiv.
2. Tag: Bauer Kringel schaut sich in der Gegend um und kauft ein neues Feld
Da ich keine Lust habe, der Frucht beim Wachsen zuzusehen (wie schnell sie wächst, kann im Menü eingestellt werden) und mangels Barschaft sonst kaum etwas tun kann, nehme ich die Spielwelt genauer in Augenschein. Ich kann mich zu Fuß oder in einem Fahrzeug frei bewegen. Die Spielwelt besteht aus meinem im Zentrum der Karte gelegenen Hof, vielen zum Verkauf stehenden Äckern, einer kleinen Stadt und Einrichtungen wie z.B. dem Landmaschinenhandel, der Getreidemühle, dem Güterbahnhof, der Biogasanlage und so weiter. In entgegengesetzten Ecken der Karte findet man einen Campingplatz und einen Golfplatz. Ein Fluss schlängelt sich durch die Landschaft, es gibt Straßen und Feldwege, zwischen den Äckern stehen einzelne Bäume.
Die PDA-Minikarte ist unübersichtlich, vor allem werden die Namen der verschiedenen Einrichtungen nicht angezeigt. Da hilft ein Blick auf die Karte im Booklet. Mein virtuelles Alter Ego, das ich übrigens nur sehe, wenn ich in ein Fahrzeug steige, spawnt beim Laden eines Speicherstands stets vor dem Hof. Fahrzeuge bleiben dagegen genau dort stehen, wo ich sie abgestellt habe. Sie dienen gleichzeitig als Schnellreisepunkte. Wenn ich einsteige, kann ich mit der TAB-Taste zu jedem anderen Fahrzeug meines Fuhrparks springen.
Ich schaue mir das Städtchen Hagenstedt an und stelle ernüchtert fest, dass die Gebäude sehr viel einfacher und detailärmer designt sind als die Fahrzeuge, und dass nur die Ausstellungshalle des Landmaschinenhandels betreten werden kann. Alle anderen Bauwerke sind bloße Kulissen. Ausnahmen sind nur Produktionsgebäude, bei denen ich meine Ernte abladen kann. Die Stadt wirkt wie hingeklatscht und leblos. Aus der Nähe betrachtet werden viele Texturen zu Pixelbrei, was besonders beim Schaufenster des Landhandels auffällt. Auch die Landschaft und Vegetation wirkt relativ eintönig und steril - kein Vergleich mit anderen aktuellen Games wie zum Beispiel Far Cry 3. Ein paar NPCs und Autos sind unterwegs, mehr spielt sich in dieser Welt nicht ab. Die NPCs sehen aus wie Klone, einen Tagesablauf haben sie nicht. Sie wandeln einfach nur steif in der Gegend umher.

(Bild 4: Die Stadt Hagenstedt)
Die Physik-Engine ist noch fragwürdiger. Sie ermöglicht die tollsten Kapriolen. So kann ich senkrechte Berge rauf und runter fahren, wobei der Anhänger wild umherschlackert. Fahre ich bei Tempo 30 in eine Kurve, kippt manchmal der Trecker um - und richtet sich von selbst wieder auf! Ramme ich andere Fahrzeuge, dann kann es geschehen, dass ich sie mit meinem Trecker wegschaufele. Schaden nehmen sie dabei aber nicht.
Um mir wenigstens ein zweites Feld leisten zu können, verkaufe ich einen meiner vier Oldtimer-Traktoren (siehe Bild 1) beim Landmaschinenhandel, denn ich brauche nicht alle und spare somit gleichzeitig Betriebskosten. Mein Guthaben reicht gerade für den kleinsten Acker. Immerhin liegt er genau neben dem Feld, das ich bereits besitze. Auf dem zweiten Acker baue ich Raps an und beschleunige den Zeitablauf so sehr, dass ich schon bald die Ernte einbringen kann. Dabei stelle ich fest, dass Raps zwar höhere Preise erzielt als Weizen, aber bei der Ernte weniger Ertrag bringt als dieser. Inzwischen haben meine Hühner fleißig Eier gelegt, die ich erstaunlich teuer verkaufen kann. Beim Einsammeln der Eier finde ich ein verstecktes Hufeisen. Hundert Stück, so wird mir mitgeteilt, sind in der Welt versteckt. Was es damit wohl auf sich hat?
Ich mache meine gesamte Ernte, die Eier, noch etwas von dem Getreide in den Silos, und einen weiteren Oldtimer-Traktor zu Geld. Jetzt kann ich mir einen Frontlader leisten, mit dem ich eine der Missionen übernehme. Eine Palette mit Soda soll innerhalb eines Zeitlimits von der Mühle anderswohin gebracht werden. Die Mission erweist sich als nahezu undurchführbar - die mangelhafte Physik-Engine schlägt zu. Die Palette hat offenbar keinerlei Gewicht bzw. Masse, denn ich muss sie nur mit der Palettengabel anstupsen oder mit dem Frontlader über eine Unebenheit fahren, schon fliegt die Palette durch die Luft und landet vielleicht noch auf der Kante. Bis ich das Ding wieder auf der Gabel habe (wenn das überhaupt klappt) ist das Zeitlimit abgelaufen. Nach dem x-ten Fehlversuch lade ich den Spielstand neu und kaufe ein Mähwerk.

(Bild 5: Mit angekoppeltem Mähwerk vor dem Landmaschinenhandel)
Das Teil ist viel billiger als ein Frontlader und verursacht weniger Betriebskosten. Leider erhält man Missionen, in denen Gras gemäht werden muss, seltener als Transportmissionen. Weitere Missionstypen sind übrigens nicht vorhanden. Gras muss auf dem Golfplatz und auf dem Campingplatz gemäht werden. Das bringt ca. 5.000,- Euro plus 1.000,- Euro Bonus, weil ich die Missionen locker innerhalb des Zeitlimits schaffe. Mein Kontostand weist nach drei Missionen ein sattes Plus auf. Soll ich in neue, leistungsfähigere Maschinen investieren? Oder soll ich den Hof erweitern? Solche Erweiterungen gibt es zum Beispiel in Form von Gewächshäusern und Solaranlagen. Letztere sind aber viel zu teuer. Für erstere brauche ich Kuhmist, den ich nicht habe, als Dünger. Also entscheide ich mich für ein Bienenhaus, das ich frei auf dem Gelände meines Hofes platzieren kann und das mir täglich durch den automatischen Verkauf von Honig einen kleinen Geldbetrag einbringt.

(Bild 6: Viele fleißige Bienenvölker arbeiten ab sofort für Bauer Kringel)
Den Rest des Tages verbringe ich damit, meine beiden Felder zu grubbern und die neue Saat auszubringen. Ziemlich zeitraubende Angelegenheit. Wie soll das erst werden, wenn die Felder mehr als fünfmal so groß sind? Dann werde ich wohl doch einen teuren Helfer einstellen müssen…
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23.04.2013
Blu-ray: Resident Evil - Retribution (2012)
Im inzwischen fünften Realfilm frei nach Elementen der Videospielreihe »Resident Evil« kämpfen drei neue Figuren aus dem Spiele-Universum an Alices Seite gegen das von Jill Valentine angeführte untote Biowaffenarsenal der Umbrella-Corporation: Ada Wong, Leon S. Kennedy und Barry Burton. Alice muss sich mit Albert Wesker verbünden, um den endgültigen Untergang der Menschheit abzuwenden. Fans freuen sich über die Ähnlichkeit all dieser Personen mit ihren digitalen Vorbildern, unkundige Kinogänger (oder Blu-ray-Gucker) kratzen sich verwundert am Kopf und fragen sich, was das denn nun schon wieder für Leute sein sollen. Denn mit Erklärungen, Hintergrundinfos und Figurenzeichnung knausert Regisseur / Drehbuchautor Paul W.S. Anderson diesmal womöglich noch mehr als sonst. Um von dieser Schwäche abzulenken, wird geniale Action geboten - einige sehr geil gemachte Nahkämpfe, fiese Kreaturen, gewaltige Explosionen und gigantische Sets erfreuen das Auge. Und die nächste Fortsetzung ist schon vorprogrammiert…
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22.04.2013
Michael Lüders: Blöder Hund Knaur, 2010 299 Seiten
Carl Siering ist ein Versager. Er fühlt sich von der Ehefrau verachtet, von der Tochter gemieden und vom Chef ausgenutzt. Selbst beim Suizid stellt sich Carl zu dumm an: Der Dübel kann das Seil nicht halten, mit dem sich Carl erhängen wollte. Deshalb geht er ins Teufelsmoor. Da landet direkt vor ihm ein UFO. Ein reptilienartiges Wesen entsteigt der fliegenden Untertasse, stellt sich als Yrr vom Planeten Zorr vor und bittet Carl um Hilfe. Yrr ist ein Gestaltwandler aus dem Volk der Ghules. Er tarnt sich als Pudel, den Carl auf den Namen Konrad tauft und mit nach Hause nimmt. Yrr verrät zunächst nicht, warum er zur Erde gekommen ist. Anfängliche Schwierigkeiten mit Carls Frau Alexandra und anderen Mitmenschen lassen sich mit Yrrs Gedächtnispistole, die zur Löschung von Erinnerungen dient, leicht beseitigen.
Yrr bringt Schwung in Carls Familienleben, betätigt sich insgeheim als Maler und schickt sich an, seinem Freund zu beruflichem Erfolg zu verhelfen. Dabei weiß er, dass das Glück nur von kurzer Dauer sein kann, denn seine Artgenossen wollen die Erde vernichten, um an ihrer Stelle einen intergalaktischen Freizeitpark für die ebenfalls auf Zorr lebenden genusssüchtigen Thorpes zu errichten. Yrrs Volk hält Emotionen für rückständig. Die lästigen Thorpes sollen sich künftig auf der ehemaligen Erde vergnügen. Doch dann verliebt sich Yrr in Carls Tochter Lucia…
Nach einigen Kapiteln habe ich mir verwundert die Augen gerieben und nochmal auf dem Cover nachgesehen. Doch, dieses Machwerk wurde tatsächlich nicht im Selbstverlag veröffentlicht. Wie hat es der Autor nur geschafft, das Manuskript bei Knaur unterzubringen? Schon nach den ersten paar Seiten hätte jedem Lektor klar sein müssen, dass das Ding aufgrund seiner eklatanten sprachlichen und inhaltlichen Mängel in die Rundablage gehört.
Was macht Carl als erstes, nachdem direkt vor ihm ein UFO gelandet ist? Er pinkelt es an. Urin scheint ein wichtiges Thema für den Autor zu sein, denn entsprechende Beschreibungen nehmen breiten Raum ein. Auch sonst ist der »Humor« eher unterhalb der Gürtellinie angesiedelt, von diversen Schlüpfrigkeiten ganz zu schweigen. Heillos überzeichnete Figuren, unterirdische Dialoge und eine wirre, teilweise dreist geklaute Handlung. »Per Anhalter durch die Galaxis« und »Men in Black« lassen grüßen!
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