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Hier findet ihr nur die Kommentare des aktuellen Jahres. Die Texte seit 2002 sind in meinem Archiv abgelegt, ihr findet sie hier (Seite öffnet sich in einem gesonderten Fenster).

21.07.2010
How To Destroy Angels

Trent Reznor, Kopf der aus wechselnden Mitgliedern bestehenden Gruppe Nine Inch Nails, war in den letzten Jahren sehr produktiv. Sechs Alben sind seit 2005 erschienen, einzelne wurden sogar als Gratis-Download angeboten. Ein äußerst lobenswertes Angebot, das ich natürlich gern genutzt habe. 2009 hat Trent Reznor angekündigt, eine »Auszeit« nehmen zu wollen. Seitdem liegt das Projekt NIN quasi auf Eis. Schock Schwerenot! Aber neues Futter für NIN-Fans ist bereits erhältlich. Gemeinsam mit seiner Frau Mariqueen Maandig (Gesang) und Atticus Ross, der schon früher mal bei NIN mitgewirkt hat, hat Trent Reznor jetzt eine neue Band gegründet: How To Destroy Angels. Eine gleichnamige EP mit sechs Tracks ist bereits erhältlich.

Man könnte sagen: How To Destroy Angels ist NIN mit gebremstem Schaum und weiblicher Stimme. Trent Reznors Einfluss ist jedenfalls nicht zu überhören. Genau diese Art von düsterem Industrial-Rock, vermischt mit ruhigeren, »sphärischen« Melodien, verzerrten Geräuschsamples und ausgetüftelten elektronischen Klängen ist typisch für NIN. Durch Mariqueen Maandigs sanfte, vielleicht etwas zu dünne Stimme (sie haucht oft mehr, als dass sie singt) erhält das Ganze zwar durchaus einen individuellen Touch, so richtig eigenständig ist das neue Projekt aber doch nicht. »Ohrwurmqualität« hat keiner der Tracks, irgendwie fehlt mir das gewisse Etwas. Trotzdem könnt ihr bedenkenlos zugreifen, wenn ihr NIN mögt - die beste Nachricht ist nämlich: Ihr könnt die EP auf der offiziellen Homepage der Band kostenlos und DRM-frei im MP3-Format downloaden. Die Kaufversion hat übrigens ein anderes Cover.


23.06.2010 - 07.07.2010
Paros und Mykonos

Delos, eines der größten Heiligtümer der Antike, wird mehr oder weniger kreisförmig von einer Gruppe relativ kleiner Inseln umgeben. Diese griechischen Inseln werden Kykladen genannt (Kyklos = Kreis) und liegen alle so nahe beieinander, dass man mehrere in einem Urlaub besuchen kann. Man kann das Ganze übers Reisebüro buchen, verschiedene Inseln miteinander kombinieren und ein beliebiges Hotel aus dem Katalog wählen. Letztes Jahr haben wir das so mit Naxos und Santorini gemacht, diesmal waren Paros und Mykonos dran. Wenn ihr schon einmal Bilder von Griechenland gesehen habt, dann habt ihr wahrscheinlich eine bestimmte Vorstellung von der dortigen Architektur: Kleine, kubische Häuser mit höchstens zwei Stockwerken, weiß gekalkt, mit blauen Tür- und Fensterrahmen und vielen Blumentöpfen. Das ist die typische Kykladenbauweise; anderswo in Griechenland findet man diesen Stil nicht unbedingt vor. In genau diesem Stil müsst ihr euch all die kleinen Städtchen und Dörfer auf Paros und Mykonos vorstellen. In den engen, verwinkelten Gässchen kann man wunderbar flanieren, vor allem abends, wenn alle Geschäfte und Bars geöffnet sind. Wenn man den Sonnenuntergang beobachtet, der die weißen Fassaden mit Gold überzieht und den Himmel über dem dunkler werdenden Meer in den verschiedensten Farben erstrahlen lässt, dann ist Romantik garantiert. Ab und zu öffnen sich die Gassen zu einem gemütlichen kleinen Platz wie im Bild unten in der Altstadt von Parikia auf Paros. Dort kann man sich herrlich vom anstrengenden Nichtstun ausruhen und zum Beispiel ein kühles Mythos-Bier genießen.




Da Paros keinen internationalen Flughafen hat, ging die Reise zunächst nach Mykonos, von dort aus aber sofort mit der Fähre weiter nach Paros, wo wir die erste Urlaubswoche verbrachten. Die Überfahrt dauert nur etwa eine Dreiviertelstunde. Unser Hotel war das Contaratos Bay in Naoussa, also nicht in Parikia, dem Hauptort der Insel. Dorthin kann man problemlos per öffentlichem Bus fahren. Das Hotel war eine gute Wahl, auch wenn man es eher als eines der einfacheren Art bezeichnen muss. An der Sauberkeit sowie der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals gab es aber nichts auszusetzen. Das Hotel besteht aus einem Haupthaus direkt an einem feinsandigen Strand mit kristallklarem Wasser (Liegen und Sonnenschirme sind für Hotelgäste inklusive), und einer Anlage mit Studios, die näher am Ortskern liegt. Wir hatten uns für die Studios entschieden, und das war sehr praktisch, denn so hatten wir den malerischen Fischerhafen und unzählige Restaurants, Bars, Tavernen sowie die ganze touristische Infrastruktur unmittelbar in der Nähe, ohne vom Lärm belästigt zu werden. Zum einfachen aber ausreichenden Frühstück mussten wir zwar ins Haupthaus gehen, aber das waren nur ein paar Schritte. Beim Frühstück hatte man einen schönen Blick aufs Meer. Kleine Sperlinge waren immer zu Gast:




Auf Paros geht es noch vergleichsweise ruhig zu. Natürlich hat sich der Tourismus schon sehr ausgebreitet, aber wenn man die üblichen Touristenpfade mal verlässt, dann ist man sofort wieder im »echten« Griechenland. Das merkt man vor allem auf der Nachbarinsel Antiparos, die man sehr bequem mit einer Fähre erreicht (die Fahrt dauert nur fünf Minuten und kostet einen Euro). Auf Antiparos kann man außerdem eine beeindruckend große Tropfsteinhöhle besichtigen. Sehenswert auf Paros selbst sind neben den bereits erwähnten malerischen Ortschaften die Kirche Panagia Ekatontapliani, das archäologische Museum in deren Nähe (beide in Parikia), die ehemalige Inselhauptstadt Lefkes, das Schmetterlingstal, wo tausende jener Nachtfalter leben, die man auch auf Rhodos findet, sowie antike Marmorstollen. Paros war früher einer der Hauptlieferanten für hochwertigen Marmor. Man kann einen dieser Stollen zwar betreten, aber das sollte man nur mit gutem Schuhwerk und Taschenlampen tun. Das alles kann man sehr gut an einem oder höchstens zwei Tagen mit einem Mietwagen erkunden, denn die Entfernungen sind nicht der Rede wert. Auch Wanderungen sind möglich, zum Beispiel führt ein uralter Weg von Lefkes durchs Hügelland bis Naoussa.

Mykonos, wo wir die zweite Urlaubswoche in einem luxuriösen 5-Sterne-Hotel verbrachten, ist das genaue Gegenteil von Ruhe und Beschaulichkeit. Die Insel selbst hat im Grunde nichts zu bieten außer phantastischen Stränden. Einen Mietwagen braucht man hier nicht, denn das Busnetz ist bestens ausgebaut und es gibt ohnehin kaum etwas zu erkunden, außerdem sind alle Straßen furchtbar eng und mit Mopeds und Quads verseucht. Von halsbrecherisch durch die Gegend bretternden Lieferwagen und Bussen aller Größenordnungen ganz zu schweigen. Die Landschaft ist äußerst karg und Sehenswürdigkeiten sind praktisch nicht vorhanden, wenn man mal von Mykonos-Stadt mit dem bekannten Windmühlenmotiv absieht:




Aber wer nach Mykonos kommt, der hat sowieso anderes im Sinn. An den Stränden, vor allem am berühmten Paradise- und Super Paradise-Strand, sowie in Mykonos-Stadt herrscht Partyatmosphäre. Mykonos ist die Insel der Reichen und Schönen, sowie all jener, die sich für reich und schön halten oder gern am Jet-Set-Leben teilnehmen würden, ohne wirklich dazu zu gehören. Und so muss man sich daran gewöhnen, dass die Preise überall deutlich höher sind als anderswo, und dass das Leben hier bunter, lauter und oberflächlicher ist, als man es von Griechenland gewöhnt ist. Die Bevölkerung lebt fast ausschließlich vom Tourismus, und das prägt die Insel natürlich. Trotzdem kann man auch hier gemütliche Tage verbringen, denn nicht jeder Strand ist überlaufen, und es gibt durchaus auch mitten in der Altstadt von Mykonos Restaurants, in denen man sich als »Normalsterblicher« nicht wie ein Fremdkörper vorkommt. Mykonos ist aber auch deshalb als Standort sehr zu empfehlen, weil man von hier aus äußerst lohnende Tagesausflüge zu den Nachbarinseln Tinos und Delos machen kann. Delos war in der Antike, wie schon erwähnt, eines der wichtigsten Heiligtümer im Mittelmeerraum, aber auch ein wichtiger Handelsstützpunkt. Ausgedehnte Ruinenfelder lassen auch heute noch erahnen, welche Pracht und welcher Reichtum hier einst geherrscht haben müssen. Tinos ist für die heutigen Griechen ein heiliger Ort. Dort befindet sich eine Wallfahrtskirche, zu der die Gläubigen an bestimmten Feiertagen in Scharen strömen oder sogar auf Händen und Knien vom Hafen aus emporkriechen. Während man Delos gut auf eigene Faust besichtigen kann, würde ich für Tinos auf jeden Fall eine geführte Tour empfehlen, denn auf diese Weise wird man über die ganze Insel kutschiert und bekommt Orte zu sehen, die man sonst nie besucht hätte. In der Altstadt von Mykonos begegnet man übrigens manchmal den Nachfolgern des Inselmaskottchens - des Pelikans Petros:




Das von uns gewählte Hotel Mykonos Grand & Resort liegt am Ortsrand von Agios Ioannis und ist zwar teuer, aber jeden Cent wert - man gönnt sich ja sonst nichts. Geradezu riesige Zimmer in einer nicht zu großen, in Kykladenbauweise errichteten Anlage, üppiges Frühstücksbuffet, viele kostenlose Einrichtungen, ein großer Wellnessbereich usw. usw. - ich kann hier unmöglich alles aufzählen. Der Service ist so umfassend, dass es mir fast schon wieder zu viel war. Die Lage ist sehr vorteilhaft, denn ein zwar kleiner, aber sehr schöner und praktisch für Hotelgäste reservierter Strand (an dem man natürlich ebenfalls von A bis Z bedient wird) gehört dazu, in Hotelnähe befinden sich mehrere Restaurants und mit dem Bus, der bis spät in die Nacht stündlich bzw. halbstündlich fährt, ist man in ein paar Minuten in Mykonos-Stadt. Der nächste größere Ort ist Ornos, und dort könnte man bequem zu Fuß hingehen, wenn man nicht gezwungen wäre, die Hauptstraße zu nehmen. Wie ich schon schrieb: Wegen der Enge und des Verkehrs ist das nicht zu empfehlen. Das Bild unten zeigt den Blick, den man vom Frühstücksraum aus über den Poolbereich und die Nachbarinsel Delos hat.




Übrigens: Während unseres Urlaubs wurde in Griechenland mehrmals gestreikt. Wir hatten Glück, denn Streiks waren meist dann, wenn wir sowieso nur faul am Strand herumliegen wollten, außerdem waren die Fährverbindungen zwischen den Kykladeninseln gar nicht betroffen. Aber hätten wir nur zwei Tage später zurückfliegen wollen, dann hätten wir ein echtes Problem gehabt, denn am 9. Juli ging in Griechenland gar nichts mehr... Was mir auch noch aufgefallen ist, sind die unzähligen streunenden Katzen. Auf beiden Inseln. Für Katzennarren wie mich ist das Freude und Leid zugleich, denn man sieht deutlich, dass viele Tiere nur gerade so eben über die Runden kommen. Was aus ihnen wird, wenn die Urlaubssaison um ist, möchte ich mir gar nicht ausmalen.


14.06.2010
Trötenwanderung

Ich habe nichts gegen Fußballfans. Nicht mal gegen den grölend durch die Städte ziehenden Pöbel, der die Fußball-WM 2010 weniger als sportliches Ereignis betrachtet, sondern nur als willkommene Gelegenheit, um wieder mal die Sau rauszulassen, sich zu besaufen und Radau zu veranstalten. Von mir aus kann auch jeder sein Auto mit Fähnchen, schwarz-rot-gelben Überziehern für die Außenspiegel, Schals, Mini-Trikots und Wimpeln verzieren. All dem kann man aus dem Weg gehen oder man kann darüber hinwegsehen. Aber diese verdammten Tröten, diese Vuvuzelas, die in diesem Jahr offensichtlich so reißenden Absatz gefunden haben, kann man nicht ignorieren. Wer hat diese Scheißdinger eigentlich nach Deutschland gebracht? Jetzt trötet es überall und zu jeder Zeit in gehörschädigender Lautstärke - noch dazu monoton und unmelodisch. Ein grauenhafter, unerträglicher Lärm! Das Gesindel schreckt nicht mal davor zurück, mit den Dingern innerhalb von geschlossenen Räumen höllischen Krach zu veranstalten. Niemand scheint es für nötig zu halten, diese Folterwerkzeuge zu verbieten. Da muss ich halt zur Selbsthilfe greifen:




P.S.: schwarz-rot-gelbe Tröten waren leider ausverkauft. Habe mich deshalb für die Variante mit Fähnchen entschieden. Sind aber gar nicht so leicht kaputtzukriegen, die Mistdinger!


16.05.2010
In eigener Sache: Ich bin keine Materiequelle!

Mir fällt immer wieder auf, dass man mich für den Betreiber der Homepage www.pr-materiequelle.de hält. Umgekehrt scheinen manche Leute zu denken, a) der Betreiber der Materiequelle sei der Verfasser meiner Perry Rhodan-Heftzusammenfassungen oder b) ich würde diese Texte für die Materiequelle schreiben.

Nur zur Klarstellung: Ich bin nicht der Betreiber der Materiequelle und ich bin nicht an der Erstellung dieser Internetseite beteiligt. Mir gehören ausschließlich die Homepages www.jokreis.de und www.kreis-archiv.de. Nur für die letztgenannte Seite verfasse ich (Johannes Kreis und niemand sonst) Zusammenfassungen von PR-Romanen. »Schroty« (Spitzname des Betreibers der Materiequelle) veröffentlicht die von mir geschriebenen Texte mit meiner Erlaubnis in der Materiequelle. Er kopiert sie zu diesem Zweck von meinen Homepages.

Klar soweit? Wenn ihr PR-Fan seid und Schrotys Materiequelle noch gar nicht kennt, dann solltet ihr sie mal besuchen - es lohnt sich! Meine Texte machen nur einen winzig kleinen Bruchteil der Materiequelle aus. Ihr findet dort neben einem umfangreichen Lexikon auch eingescannte Risszeichnungen, Datenblätter sowie anderes Bildmaterial und vieles mehr. Schroty baut die Materiequelle im Augenblick komplett um, deshalb kann es sein, dass der eine oder andere Link ins Leere führt oder dass Daten fehlen. Hilfe, so schreibt Schroty, ist in jeglicher Form erwünscht.


06.05.2010
Moin Moin!

Ich lasse mich immer vom Radio wecken, um vor dem Losfahren den Verkehrsfunk hören zu können. Nicht, dass das was bringen würde, denn alternative Wege zu meiner Arbeitsstelle gibt es kaum… Wie dem auch sei: Wenn ich zu faul bin und nicht sofort aufstehe, dann werde ich spätestens dann aus dem Bett getrieben, wenn diese bis zur Hysterie aufgedrehten Moderatoren (ich nenne vorsichtshalber mal weder Namen noch Sender) mit ihrem nervenzerfetzend schrillen, hektischen Gequatsche anfangen. Von der gefühlt ewig gleichen Musik ganz zu schweigen - das ist derzeit ein Titel von Bon Jovi, der mich immer dazu veranlasst, wie von der Tarantel gestochen aufzuspringen und auf die »Off«-Taste zu schlagen. Dazu kommt dann immer der Spruch: »Je früher der Morgen, desto lauter die Gäste«. Argh!

Kennt ihr diese Leute? Die mit der aufgesetzten Fröhlichkeit? Wie können normale Menschen so früh morgens schon so gut drauf sein, oder zumindest so tun, als ob sie gut drauf seien? Ich sollte mich mal nach ihrem Apotheker erkundigen. Mit dem Zeug, das der liefert, sollte ich mich ebenfalls mal dopen. Auch die Angewohnheit eines bestimmten Moderators, die Stimme am Ende eines jeden Satzes hochzuziehen, ist schwer zu ertragen. Aber etwas Gutes hat es doch: Das Adrenalin rauscht sofort durch die Adern, wenn meine armen Gehörgänge auf diese Weise geplagt werden. So verschlafe ich nie und bin gleich hellwach. Die sanfte, samtige Damenstimme, die ich mir anstelle nervenden Geplärrs und grenzdebiler Gags wünsche, und die nichts weiter tun sollte, als die Staus zu verkünden und die Musik anzusagen (wer hat eigentlich je verlangt, dass Radiomoderatoren überhaupt mehr tun als das?), würde mich nur wieder in den Schlaf schmeicheln. Also Jungs: Macht weiter so!



22.04.2010
Blink! Blink!

Aus gegebenem Anlass: Liebe Mitbefahrer unserer Straßen! Nicht alle Autofahrer können Gedanken lesen oder die Zukunft vorhersehen, sind unverwundbar oder lieben es, auf öffentlichen Straßen und Plätzen zünftige Stock-Car-Destruction-Derbys zu fahren. Deshalb tut mir doch bitte, bitte einen großen Gefallen - und SCHALTET! EUREN! VERDAMMTEN! BLINKER! EIN!

Woher soll man denn bitteschön wissen, dass ihr im nächsten Moment auf die Idee kommen werdet, plötzlich die Fahrbahn zu wechseln, zu überholen (mal rechts, mal links, mal in der Mitte), abzubiegen, auszuparken, einen U-Turn hinzulegen oder aus irgend einem anderen Grund anders als geradeaus zu fahren?

Verwendet euren Blinker! Der ist nicht dazu da, Leute von der Überholspur wegzunötigen! Eigentlich sollt ihr das Ding einsetzen, um anderen Autofahrern anzuzeigen, was ihr tun möchtet!

Ein Tipp für zögerliche Fahrer: Es ist völlig sinnlos, den Blinker einzuschalten, wenn man bereits zum Überholvorgang ansetzt. Wenn ihr hinter einem LKW her tuckert, den ihr gern überholen möchtet, und von hinten nähert sich ein Auto nach dem anderen: Ihr müsst nicht warten, bis die ganze Autobahn hinter euch frei ist! Blinkt frühzeitig, dann wird euch schon jemand überholen lassen!

Das musste ich jetzt einfach mal loswerden.



16.03.2010
Spaß mit der Deutschen Post

Über spaßige Erlebnisse mit der Deutschen Bahn habe ich ja schon so einiges geschrieben. Aber auch mit der Post habe ich immer wieder mal meinen Spaß, denn ich bestelle gern Sachen im Internet. Und weil die Post in der Vergangenheit nicht zu meiner Zufriedenheit mit den Lieferungen umgegangen ist, wollte ich jetzt einen anderen Weg einschlagen. Ich habe nämlich keine Lust mehr, meine Sachen bei Nachbarn abholen zu müssen - früher war es mal üblich, dass die Päckchen zur nächsten Postfiliale gebracht wurden, wenn der Empfänger nicht zu Hause angetroffen wurde. Dort konnte man sie dann zu den normalen Öffnungszeiten abholen. Der Aufwand scheint jetzt zu groß zu sein, deshalb werden die Sachen in der Nachbarschaft abgegeben. Somit muss ich neuerdings immer bei wildfremden Leuten klingeln, die ich in meinem ganzen Leben niemals kennen lernen wollte, und die auch keine »Öffnungszeiten« haben, so dass man auch schon mal vor verschlossener Tür steht. Für diese Variante muss ich aber noch dankbar sein, denn manchmal kommt der Briefträger auch auf die geniale Idee, die Lieferung einfach vor der Haustür abzustellen. Auch bei Regen, Schnee und Eis. Dass das dem Inhalt womöglich schaden könnte, scheint ihm (oder ihr) nicht in den Sinn zu kommen. Von der auf diese Weise in die Welt hinausposaunten Einladung an Gelegenheitsdiebe ganz zu schweigen.

Die Alternative: Packstationen. Diese Automaten dienen als Zwischenlager für Päckchen und Pakete. Ihr müsst euch bei DHL registrieren und erhaltet eine Kundennummer, die ihr bei Bestellungen als Adresszusatz eingebt. Als Straße gebt ihr die Nummer einer beliebigen Packstation in Deutschland ein, PLZ und Ort sind dann ebenfalls die der Station. Eine Übersicht der Stationen und ihrer Adressen findet man im Internet. Euer Päckchen wird in der Station deponiert, darüber erhaltet ihr eine Mail. Ihr könnt die Lieferung rund um die Uhr abholen. Den Gedanken, nicht mehr von den Launen des Briefträgers abhängig zu sein, fand ich so charmant, dass ich mich jetzt bei DHL angemeldet habe. Kostet ja auch nichts. Zum Abholen der Lieferung benötigt man eine Chipkarte und eine PIN. Beides erhält man mit getrennter Post, die PIN wird aus Sicherheitsgründen als persönlich in Empfang zu nehmendes Einschreiben geschickt. Tja, und einen Benachrichtigungszettel über dieses Einschreiben hatte ich neulich im Briefkasten. Abzuholen in der Postfiliale im Nachbarstädtchen. Nur leider hatten die dort keinen Brief für mich! Die Angestellte am Schalter meinte, die Briefträgerin habe nicht zum ersten Mal Benachrichtigungszettel für die dortige Filiale eingeworfen, die Lieferung dann aber zu einer anderen Stelle gebracht! Man muss mir angesehen haben, dass ich nicht mehr ganz so entspannt war, denn die Angestellte reichte mir sogleich ein Kärtchen mit der Telefonnummer der Post-Beschwerdestelle rüber…

Nun habe ich ja nichts dagegen, dass z.B. die Umsonst-Wochenzeitung nicht in meinem Briefkasten landet, oder dass das monatliche Werbeschreiben meiner Freunde von Kabel Deutschland nicht mir, sondern meinen Nachbarn zugestellt wird. Aber es gibt bitteschön auch noch wichtige Post - dass ein persönliches Einschreiben einen nicht ganz trivialen Inhalt haben könnte, sollte man sich wohl denken können! Wie kann man sowas verschlampen??? Das Ganze wäre gar nicht so schlimm, wenn ich nicht schon etwas bestellt hätte, das jetzt unterwegs zur Packstation meiner Wahl ist. Sollte sich der Brief mit der PIN nicht innerhalb der neuntägigen Aufbewahrungsfrist meines Päckchens in irgendeiner Postfiliale Deutschlands einfinden, dann geht die Lieferung zurück an den Absender. Das fängt ja gut an!

Nachtrag vom 21.03.2010: Inzwischen habe ich mein Einschreiben doch noch erhalten (die Briefträgerin konnte sich daran erinnern, wo sie den Brief abgeliefert hatte), und ich habe auch bereits meine erste Packstation-Lieferung abgeholt. Hat prima funktioniert.


10.03.2010
Mein Dauergast mit den sieben Leben

Ich habe einen Kater, aber der ist kein Haustier, und schon gar nicht meins. Klingt komisch? Ist aber so.

Kurz nach dem Einzug in meine jetzige Wohnung (das war in den Neunzigern) bekam ich unerwarteten Besuch: Ein kleiner, etwas magerer schwarzer Kater tauchte auf, schaute sich in aller Ruhe sämtliche Räume an und verschwand wieder. In der folgenden Zeit nahm er regelmäßig auf der Kühlerhaube meines Autos Platz, solange die noch warm war. Wenn meine Tür offen stand, kam er hereingeschlendert, ließ sich ausgiebig streicheln, putzte sich stundenlang oder machte sich auf seinem Lieblingsplatz breit, um ein Nickerchen zu halten. Wenn er genug hatte, setzte er sich demonstrativ vor die Tür, selbstverständlich durfte er dann immer sofort gehen. Meist musste ich ihn aber geradezu hinauswerfen! Wahrscheinlich hätte er gern bei mir übernachtet, aber das wäre dann doch zu weit gegangen. Für Spielzeug interessierte er sich übrigens überhaupt nicht. Jeden Versuch, ihn zu Vergnügungen mit Federbällen, knisterndem Papier usw. zu animieren, was für Katzen normalerweise unwiderstehlich ist, quittierte er mit einem mitleidigen Blick, als wollte er sagen: »Kringel, du musst hier nicht den Alleinunterhalter spielen. Mach lieber mit dem Streicheln weiter!«

So wurde der Kater zum gern gesehenen Dauergast - und das, obwohl ich ihn in all den Jahren nicht ein einziges Mal gefüttert habe. Erst später erfuhr ich, dass er »Moritz« heißt, sein Hauptquartier in einem Nachbarhaus hat und in der ganzen Straße wohlbekannt ist. Er ist Freigänger und betrachtet meine Wohnung als Bestandteil seines Reviers. Inzwischen muss er so um die 15 Jahre alt sein. Ich wusste früher gar nicht, dass Katzen überhaupt so alt werden können. Außerdem muss er mindestens sieben Leben haben. Manchmal zeigt er sich nämlich viele Monate lang gar nicht, um plötzlich, wenn man ihn schon für tot hält, plötzlich wieder aufzutauchen. Meist in den unpassendsten Momenten, vorzugsweise dann, wenn ich mit Einkäufen bepackt nach Hause komme; dann latscht er mir gern zwischen den Beinen herum. Natürlich freue ich mich trotzdem über das Wiedersehen. Genau wie er, was man deutlich erkennen kann, auch wenn er der Freude neben Köpfchengeben nur durch eine Art Krächzen Ausdruck verleiht - er konnte nämlich noch nie miauen!

Ein bisschen molliger ist er in den letzten Jahren geworden, der alte Kater, und viel behäbiger. Aber nach wie vor kommt und geht er, wie es ihm beliebt, und holt sich bei mir seine Streicheleinheiten ab. Immer wieder schleicht er sich in die Küche, was eigentlich verboten ist:




Weitere Fotos von Moritz findet ihr hier.


18.02.2010
Schwarze Gedanken III: Hilfe zur Selbst(mord)hilfe

Im Kommentar vom 1. Dezember 2008 (siehe Archiv) hatte ich ja schon angedeutet, dass es nicht nur für Selbstmörder eine unerfreuliche Erfahrung ist, wenn sie sich auf die Schienen stellen oder legen. Und dass es da doch Alternativen geben müsste. Nachdem so ein Lebensmüder neulich schon wieder meine ganze Reiseplanung durcheinander gebracht hat, habe ich mir darüber noch ein paar schwarze Gedanken gemacht.

Um den wirtschaftlichen Schaden, der durch solche Aktionen entsteht, so gering wie möglich zu halten (vom Ärger der Fahrgäste ganz zu schweigen), könnte man doch Einrichtungen schaffen, in denen das Ganze institutionalisiert wird. Darin haben wir Deutschen doch schließlich Erfahrung. All jene, die sonst den Bahnverkehr lahmlegen, Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei usw. binden und die Umwelt verschmutzen würden, könnten sich dort melden. Das Personal könnte aus Personen bestehen, die Erfahrung in solchen Dingen haben und sich sonst vielleicht andere Opfer suchen würden - auch davon dürfte es eine ausreichende Anzahl geben. Das wäre dann zum beiderseitigen Nutzen, niemandem würde geschadet (jedenfalls niemandem, der es nicht will) und wegen des vermutlich ziemlich großen Andrangs käme es sicher zu Wartezeiten, die vielleicht dazu führen würden, dass der eine oder andere Möchtegern-Frühableber es sich doch nochmal anders überlegt…


18.01.2010
Angst vor der Stille?

Zugegeben: Damals, Anfang der Achtziger, als es für uns Kids geradezu Pflicht war, einen Walkman zu besitzen, habe auch ich mir natürlich sofort so ein klobiges Teil zugelegt. Und ich habe das Ding recht oft getragen, selbst beim Fahrradfahren oder als Fußgänger im Straßenverkehr. Sicher habe ich meine Mitmenschen nicht selten mit dem Geschepper aus den offenen Kopfhörern belästigt. Das hat sich aber sehr bald wieder gelegt. Und ich wäre nie auf die Idee gekommen, die Kopfhörer zu tragen und Musik zu hören, wenn ich mich mit jemandem unterhielt. Heute besitze ich einen iPod. Den benutze ich allerdings vor allem dann, wenn mir das Gequatsche der Leute während langer Bahnfahrten auf den Wecker geht und mich von meiner Lektüre ablenkt. Dann spiele ich eine Instrumental-CD, die ich schon auswendig kenne (»Off« von Front 242 hat sich als sehr geeignet erwiesen), so dass das Gebabbel übertönt wird und ich wieder in relativer Ruhe lesen kann.

Heute fällt auf, dass die Leute (und keinesfalls nur die Kids) geradezu mit ihren Ohrstöpseln verwachsen sind. Entweder hören sie Musik oder sie telefonieren - aber auf irgendeine Weise scheinen sie sich immer berieseln lassen zu müssen. Selbst dann, wenn sie von Angesicht zu Angesicht mit jemandem sprechen, während des laufenden Films im Kino oder auch im Restaurant. Wenn man früher jemandem begegnet ist, der mit sich selbst oder mit der Geisterwelt zu reden schien, dann war ziemlich klar: Der hatte nicht mehr alle Latten am Zaun. Heute ist das nicht mehr so einfach zu erkennen. Da quatscht alle Welt pausenlos via Headset mit sämtlichen noch so flüchtigen Bekanntschaften, deren Nummern im Handy gespeichert sind, nur um stundenlang irgendwelche Belanglosigkeiten auszutauschen. Gibt’s eigentlich schon Handys, die es ermöglichen, während eines Telefonats gleichzeitig auch Musik zu hören? Wenn nicht, dann wird’s das sicher bald geben.

Warum das ununterbrochene Gelaber? Wozu die ständige Berieselung? Haben die Leute Angst vor der Stille? Angst davor, ohne permanente Ablenkung feststellen zu müssen, welch gähnende Leere in ihrem Oberstübchen herrscht? Angst vor dem Alleinsein mit sich selbst und den möglicherweise gar nicht vorhandenen eigenen Gedanken? Aber mittlerweile bin ich ja sogar dankbar, wenn die Leute ihre Kopfhörer verwenden. Viele tun das nämlich gar nicht mehr. Die hören dann z.B. im Zug ungeniert Musik über Lautsprecher oder schauen sich Filme mit voll aufgedrehtem Ton auf dem Laptop an, spielen diese restlos bescheuerten Witzfilmchen ab, die man sich offenbar für viel zu wenig Geld irgendwo herunterladen kann oder führen sich gegenseitig Handyvideos vor, die sei beim letzten Besäufnis gedreht haben  usw. - das ist schon nicht mehr rücksichtslos, sondern fast schon böswillig. Immerhin ist bis jetzt noch niemand pampig geworden, wenn ich hingegangen bin und um Ruhe gebeten habe…


Kommentare 2002 bis 2009: Hier klicken (Archiv-Seite öffnet sich in gesondertem Fenster).

 
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