

Hier findet ihr die Kommentare des aktuellen Jahres. Die Texte seit 2002 sind in meinem Archiv abgelegt.
30.01.2012 Spaß mit der Deutschen Bahn - Teil 21
Lärm ist bei Reisen mit der Deutschen Bahn ein unvermeidliches Ärgernis. Manchmal werden aber auch andere Sinne angesprochen, oder besser gesagt: attackiert. Zum Beispiel der Geruchssinn. Besonders im Sommer, wenn die Klimaanlagen ausfallen, wehen oft Ausdünstungen durch die Waggons, die bei etwas besserer Körperpflege vermeidbar wären. In Dortmund steigt regelmäßig ein älterer Herr ein (kein Angestellter der Bahn), der leere Flaschen einsammelt. Die steckt er dann in einen Bundeswehr-Seesack und diverse Plastiktüten, mit denen er jeden anrempelt, der nicht rechtzeitig in Deckung geht. Aus diesen Behältnissen dringt ein so übler Dunst hervor, dass ich immer die Luft anhalte, bis der Mann weitergegangen ist.
Aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was mir am vergangenen Freitag die Nasenschleimhäute verätzt hat. Es fing mit einem vergammelt-würzigen Geruch an, der an ein mit besonders unappetitlichen Zutaten belegtes Sandwich erinnerte. Der »Duft« wurde schnell intensiver. Ein irgendwie »grüner« Gestank, ekelerregend und unmöglich zu ignorieren. Als mir allmählich die Tränen in die Augen traten, war mir klar: Das war keinesfalls etwas Essbares! Einbildung war’s auch nicht, denn nach und nach fingen mehrere Leute an zu japsen. Ich glaube, ich habe auch das eine oder andere leise Würgen gehört. Was konnte das nur sein? War die Bordtoilette übergelaufen? Hatten militante Bahngegner einen Giftgasanschlag verübt? Es breitete sich ein derart grauenhaftes, undefinierbares Miasma in dem Großraumwaggon aus, dass ich kurz davor stand, die Flucht zu ergreifen!
Das war dann aber doch nicht nötig, denn plötzlich ebbte der schreckliche Gestank ab. Dann ging eine junge Frau an mir vorbei, die eine zusammengefaltete Windel mit spitzen Fingern vor sich hertrug. Des Rätsels Lösung: Die gute Frau hatte ihrem Kind (das den ganzen Waggon schon stundenlang mit nörgeligem Geplärr unterhalten hatte) die vollgeschissenen Windeln gewechselt. Mitten im voll besetzten Großraumwagen! Hätte sie nicht die Toilette aufsuchen oder wenigstens bis zum nächsten Bahnhof warten können? Gut, wenn man muss, dann muss man - aber was bitte hatte das Kind gegessen? Oder stinken Baby-Ausscheidungen immer so abscheulich? Ein Wunder, dass die direkten Sitznachbarn bei der Windelwechsel-Aktion nicht in Ohnmacht gefallen sind! Meine Bitte an alle Eltern: Geht nur mit bereits entleerten Zwergen auf Reisen. Eure Mitmenschen werden es euch danken.
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17.01.2012 Spaß mit der Deutschen Bahn - Teil 20
Spaß mit der Deutschen Bahn ist diesmal eigentlich die falsche Überschrift, denn die Deutsche Bahn selbst kann nichts dafür, wenn sich die Fahrgäste merkwürdig verhalten. Jedenfalls war ich neulich wieder mal mit einem Intercity unterwegs. Nach gut vierstündiger Fahrt war ich völlig in meiner Lektüre versunken. Erst als sich der Zug Bielefeld näherte, blickte ich mal kurz auf. Aus dem Augenwinkel sah ich Füße im Mittelgang.
Moment mal. Füße?!?
Gut, der Zug war rappelvoll, bis Dortmund hatten Fahrgäste ohne Sitzplatz sogar in den Gängen stehen müssen.
Die Füße standen aber nicht, die lagen da so rum. Ich beugte mich an meinem Sitznachbarn vorbei (ich hatte einen Fensterplatz) und siehe da: Dort lag wirklich jemand lang ausgestreckt auf dem Boden! Ich wollte schon aufstehen und fragen, ob der Mann Hilfe brauchte. Im selben Moment kam aber ein anderer Fahrgast, der vermutlich nur durch den Waggon gehen wollte, und sprach den jungen Mann an. Der hatte gesundheitliche Probleme, so dass der Zug in Bielefeld stehen bleiben musste. Man wartete auf den Notarzt, der zum Glück gleich da war, den Mann notfallmäßig behandelte und dann mitnahm.
Das ist an sich schon ein eher ungewöhnliches Erlebnis. Aber ich habe mich gefragt, wie lange der Mann dort schon gelegen haben mag, bis sich jemand bequemte, ihm zu helfen. Ich konnte nicht sehen, was wirklich passiert ist, d.h. ob sich der Mann kontrolliert hingelegt hat oder ob er zusammengebrochen ist. Das Ganze hat sich irgendwo hinter mir abgespielt. Aber es muss direkt neben besetzten Sitzplätzen geschehen sein. Es ist unmöglich, dass das niemand mitgekriegt hat! Was haben sich die Leute gedacht, die da saßen? Meinten die, der gute Mann wolle sich zu einem gemütlichen Schläfchen auf den Boden betten? So voll war der Zug nun auch wieder nicht! OK, der Mann hat wohl nicht nach Hilfe gerufen, jedenfalls war nichts zu hören außer dem üblichen Stimmengewirr und Rädergeratter, aber trotzdem…
Ich dachte immer, ich sei Meister im Ignorieren meiner Mitmenschen. Irrtum! Was lernen wir daraus? Man muss immer schön auf sich aufmerksam machen, wenn man Hilfe braucht, sonst kann man mitten in einem IC-Waggon voller Menschen in aller Ruhe verrecken - das interessiert niemanden. Solange der Handy-Empfang gut ist und der Zug pünktlich ankommt. Reaktionen von den weiter entfernten Plätzen gab's nämlich erst, als der Zug nicht gleich wieder weiterfuhr.
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27.12.2011 Schon wieder ein Jahr rum
Nicht zu fassen, wie schnell so ein Jahr vergeht. Da hat man kaum die Plätzchen des letzten Jahres aufgegessen und den Glühkirsch des vorletzten Jahres ausgetrunken, schon gibt's neuen Bölkstoff beim nächsten Weihnachtsmarkt. Diesmal: Alpenglüher!

Was auch immer die Zukunft für uns bereithalten mag, eins steht fest: Sofern uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt, werden wir uns auch das Jahr 2012 wieder mit interessanten Alkoholika schönsaufen können...
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Kommentare 2002 bis 2011: Siehe Archiv.
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